Erste Ansteckung in Berlin

Affenpocken in Deutschland: NRW geht Hinweisen auf mögliche Kontakte nach

Affenpocken
Hautläsionen bei Patienten, bei denen Affenpocken nachgewiesen wurden. Foto: UKHSA/dpa
deutsche presse agentur

Hinweisen auf mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus gehen Behörden in NRW derzeit nach. Gestern wurde ein Fall in München bekannt. Der Mann war von Portugal über Spanien eingereist. Ein erster Fall von Affenpocken, bei dem die Ansteckung in Deutschland erfolgte, wurde jetzt in Berlin bestätigt.

Gesundheitsämter werden um verstärkte Wachsamkeit gebeten

In Nordrhein-Westfalen liegen nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums Hinweise „auf mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus“ vor. Diesen Hinweisen werde nachgegangen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Landeszentrum für Gesundheit stehe in engem Austausch mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger.

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„Die Situation wird genau beobachtet; die Ärzte sowie die Gesundheitsämter werden um verstärkte Wachsamkeit gebeten“, ergänzte der Ministeriumssprecher. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland werde nach derzeitigen Erkenntnissen vom Robert-Koch-Institut als gering eingeschätzt.

Offenbar erste Ansteckung in Deutschland

Ein erster Fall von Affenpocken, bei dem sich ein Mann in Deutschland angesteckt hat, wurde jetzt in Berlin bestätigt. Das erfuhr RTL/ntv von dem behandelnden Arzt des Betroffenen. Der Betroffene leide unter leichten Symptomen wie Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und habe zwei der für die Erkrankung typischen Pocken, so der Allgemeinmediziner und HIV-Spezialist Heiko Jessen, der eine Praxis in Berlin Schöneberg betreibt.

In München wurde gestern ebenfalls ein Fall von Affenpocken bestätigt. Betroffen sei ein aus Brasilien stammender 26-Jähriger, der von Portugal über Spanien nach München gereist sei, hatte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag mitgeteilt. Zuvor sei er auch schon in Düsseldorf und Frankfurt am Main gewesen.

Gesundheitsbehörden zufolge verursacht das Virus meist nur milde Symptome, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. In Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Übertragen wird das Virus vor allem über direkten Kontakt oder Kontakt zu kontaminierten Materialien, auch eine - wohl sehr seltene - Übertragung über Tröpfchen in der Luft ist auf kürzere Distanzen möglich. (dpa/ija)