Was für ein unfassbarer Freundschaftsbeweis!Petra spendet bester Freundin Heike ihre Niere

Diese zwei Frauen verbindet mehr als nur Freundschaft.
Bereits als Jugendliche erhält Heike die Diagnose Zystenniere, eine erblich bedingte Erkrankung, an der bereits ihre Mutter verstorben ist. Lange Zeit spricht sie kaum darüber. Dann geht es ihr schlagartig schlechter, doch ihre beste Freundin Petra weicht ihr nicht von der Seite.
„Nicht groß drüber geredet”
Schon mit 18 Jahren erhält Heike Schmidt die Diagnose Zystenniere: Eine Krankheit bei der sich viele kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen in der Niere bilden, die nach und nach das normale Nierengewebe verdrängen und dadurch die Niere auf Dauer kaputt machen können. Ihre Freundin Petra Wunderatsch, mit der sie seit 30 Jahren durchs Leben geht, bekommt davon wenig mit: „Das lag glaube ich auch ein bisschen an mir, weil ich da einfach nicht groß drüber geredet habe oder nicht reden wollte oder auch einfach ja nicht ständig zum Thema machen wollte”, erzählt uns Heike Schmidt, als wir die beiden Frauen treffen.
Ob beruflich oder privat: Immer zusammen
Heike Schmidt und Petra Wunderatsch kennen sich seit den 90ern. Petra Wunderatsch dazu: „Es war eine leichtlebige, lustige Zeit. Die 90er halt. Viele Gemeinsamkeiten, viele Partys.” Aber nicht nur das: Damals wie heute arbeiten sie Seite an Seite in einer Modeboutique in Braunschweig und einmal im Jahr geht’s zusammen auf eine Ayurveda-Reise nach Indien. Aus dem südasiatischen Land kommt auch das gemeinsame Hobby: Yoga. Regelmäßig besuchen sie zusammen Yogastunden.
Ende 2022 verschlechtert sich Heikes Zustand rapide: Übelkeit, Schwäche, ständige Schmerzen. Nach einer Yogaeinheit im Mai 2023 fasst sich Petra schließlich ein Herz und schlägt ohne lange zu überlegen vor, Heike eine Niere zu spenden. Sie sagt dazu: „Ich bin sehr spontan. Mir kommt eine Idee in den Kopf und ich kann die dann auch meistens nicht lange für mich behalten. Und deswegen habe ich das dann in dem Moment mit ihr geteilt, habe aber dann im Nachhinein auch gedacht was ist denn jetzt, wenn das überhaupt nicht gehen würde?”
Im Video: „Ich wusste, dass ich sterben werde!“
Eine Ethikkommission entscheidet
Tatsächlich ist das eine berechtigte Frage: Nierenspenden zwischen guten Freundinnen kommen eher selten vor. Häufiger dagegen sind Spenden zwischen Partnern oder innerhalb von Familien. Über den Einzelfall entscheidet eine Ethikkommission. Dr. Schmezle von der Medizinischen Hochschule Hannover erklärt, dass die Ethikkommission überprüft, „das wirklich eine enge persönliche Bindung zwischen Spender und Empfänger besteht und hier auch keine monetären Hintergründe bestehen und das ausgeschlossen werden kann.” Das grüne Licht der Ethikkommission folgt auf das grüne Licht der unzähligen Voruntersuchungen. Am Ende steht tatsächlich fest: Petras Niere passt. Am 19. November 2024 wird die Niere transplantiert.

Neues Leben, gewachsene Freundschaft
Heikes Körper nimmt die Niere sofort auf, sie kann sich wieder normal bewegen: „Natürlich passe ich auf die Niere auf, aber die ist ein bisschen durch ein bisschen Bauchspeck gut geschützt”, sagt sie lachend. Und auch Petras Leben hat sich verändert: „Für mich auch unglaubliche Glücksgefühle. Dass ich das machen konnte. Für sie. Dass mein Körper mir das erlaubt hat.”
Heute können Heike und Petra wieder gemeinsam Yoga machen. Ihre Freundschaft ist stärker denn je. Und ihr nächstes gemeinsames Ziel steht bereits fest: Sie möchten wieder nach Indien reisen.
Quellen: eigene RTL-Recherche



