Trotz GroßfahndungVermisster Patient erst nach drei Tagen tot auf Krankenhaus-Toilette gefunden

Tagelang suchen Polizei und Einsatzkräfte nach einem vermissten Patienten.
Sie durchkämmen das ganze Stadtgebiet von Landshut – und dann finden sie ihn tot auf einer Toilette des Landshuter Bezirkskrankenhauses. Der 67-Jährige hatte das Krankenhaus offenbar nie verlassen.
Großeinsatz der Polizei zunächst ohne Ergebnis
Am Vormittag des 17. Juni wurde der Patient als vermisst gemeldet. Kurz darauf veröffentlichte die Polizei eine Vermisstenfahndung. Die Polizei suchte sogar mit Spürhunden nach dem 67 Jahre alten Patienten. Die Sorge war groß, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich der Mann in einer hilflosen Lage befand.
Vier Tage nach seinem Verschwinden teilte die Polizei schließlich mit, der Vermisste sei tot aufgefunden worden. Hinweise auf eine Fremd- oder Gewalteinwirkung gebe es nicht. Erst jetzt wurde bekannt, dass sich der Fundort auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses befand.

Der Mann lag tot auf einer öffentlich zugänglichen Behindertentoilette im Bezirkskrankenhaus Landshut. Nach Informationen des Bezirks Niederbayern, dem Träger der Klinik, hatte der 67-Jährige das Krankenhaus nach seinem Verschwinden offenbar nie verlassen.
Die große Frage: Wie konnte das passieren?
Gegenüber RTL räumt eine Sprecherin des Bezirks Niederbayern ein, dass nicht nachvollziehbar sei, weshalb in dieser Zeit niemand die Toilette kontrolliert habe. Ob die Tür verschlossen gewesen sei, konnte sie nicht bestätigen. Gefunden wurde der 67-Jährige schließlich von einem Mitarbeiter des Krankenhauses.
Nach Angaben des Bezirks Niederbayern werden auch diese Toiletten regelmäßig von einem externen Reinigungsdienst gereinigt. Warum die Behindertentoilette offenbar drei Tage lang nicht betreten wurde, ist bislang unklar. Als mögliche Erklärung nennt die Sprecherin, dass eine Reinigungskraft die verschlossene Tür möglicherweise für ein Zeichen gehalten habe, dass die Toilette besetzt sei. Offenbar wurde später kein weiterer Versuch unternommen, den Raum zu betreten.
Neue Regel nach tragischem Fund
Der Bezirk Niederbayern hat nach dem Vorfall die Abläufe geändert. Ist eine Toilette bei der Reinigung verschlossen, muss der Reinigungsdienst innerhalb derselben Schicht einen zweiten Kontrollversuch unternehmen. Bleibt die Tür weiterhin verschlossen, soll künftig sofort das Pflegepersonal informiert werden.
Der 67-Jährige galt nach Informationen der Mediengruppe Attenkofer als suizidgefährdet. Die genauen Umstände seines Todes sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Verwendete Quelle: Die Bayerische Polizei, Mediengruppe Attenkofer, Passauer Neue Presse


