Erschütterndes MartyriumZwölfjähriges Mädchen jahrelang von Adoptiv-Eltern misshandelt

Ihre Adoptiv-Eltern sollten sie eigentlich beschützen.
Doch statt Geborgenheit zu finden, soll eine Zwölfjährige jahrelang eingesperrt, gedemütigt und misshandelt worden sein. Die Ermittlungsakten zeichnen das Bild eines erschütternden Martyriums. Ihr Adoptiv-Vater war ausgerechnet ein Feuerwehr-Offizier.
Drei Jahre hinter verschlossener Tür
Es beginnt mit einer Aussage in der Schule – und endet mit Vorwürfen, die selbst erfahrene Ermittler fassungslos machen. Ein Ehepaar aus Coral Springs im US-Bundesstaat Florida soll seine adoptierte Tochter über Jahre wie eine Gefangene behandelt haben. Jennifer (45) und Joel Kohnert (44) bestreiten die Vorwürfe und plädieren auf nicht schuldig. Gegen sie wird inzwischen unter anderem wegen schwerer Kindesmisshandlung ermittelt.

Nach Angaben der Polizei soll das Mädchen etwa drei Jahre lang regelmäßig in seinem Schlafzimmer eingesperrt worden sein. Die Tür ließ sich nur von außen öffnen, auch das Fenster war so gesichert, dass es sich nicht öffnen ließ. Im Zimmer standen laut Ermittlungsakte lediglich eine Luftmatratze, drei Kleidungsstücke und eine laute Geräuschmaschine, die Stimmen aus dem restlichen Haus übertönen sollte.
Noch bedrückender sind die Schilderungen der Zwölfjährigen. Weil sie während des Eingesperrtseins nicht auf die Toilette durfte, habe sie ihre Notdurft im Zimmer verrichten müssen. Anschließend soll sie gezwungen worden sein, Urin und Kot mit ihrer eigenen Kleidung sowie Essig und Bleichmittel zu beseitigen. Dieselben Kleidungsstücke habe sie danach wieder tragen müssen. Ermittler fanden laut Akte Flecken an der Kleidung und bemerkten einen starken Uringeruch im Zimmer.
Den sechs leiblichen Kindern ging es gut
Neben der Adoptivtochter hatten die Eltern sechs leibliche Kinder. Diese hatten laut Polizei normale, eingerichtete Kinderzimmer mit Spielzeug und persönlichen Gegenständen. Die Adoptivtochter dagegen lebte nahezu isoliert und durfte laut den Aussagen ihrer Geschwister oft weder gemeinsam mit ihnen essen noch spielen. Stattdessen habe sie häufig allein in ihrem Zimmer Bibelverse abschreiben müssen.
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Die Zwölfjährige berichtete außerdem, ihre Adoptivmutter habe sie an den Haaren gezogen, geschlagen und getreten. Als Strafen soll sie bis zu 45 Minuten im Pool Wasser treten müssen. Baden durfte sie nach ihren Angaben oft nur draußen im Garten – selbst bei schlechtem Wetter. Auch ihre Zahnpflege soll sie im Zimmer erledigen und die Zahnpasta anschließend hinunterschlucken müssen.
Der Vater war Feuerwehr-Offizier
Besonders brisant: Joel Kohnert arbeitete als Leutnant bei der Feuerwehr einer der größten Full Service-Sicherheitsagenturen der USA. Laut Polizei räumte er in seiner Vernehmung ein, von den verschlossenen Türen und Fenstern gewusst zu haben. Die Ermittler weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihm die Gefahren einer solchen Einschließung aufgrund seines Berufs bewusst gewesen sein müssten. Er wurde inzwischen vom Dienst freigestellt.
Die Verteidigung bezeichnete das Ehepaar vor Gericht als tief religiös. Der zuständige Richter machte jedoch deutlich, dass religiöse Überzeugungen keine Erklärung dafür seien, ein Kind über Jahre einzusperren und unter solchen Bedingungen leben zu lassen.
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Immer schwerere Vorwürfe
Die Polizei war zunächst durch Hinweise aus der Schule auf den Fall aufmerksam geworden. Nach den Ermittlungen wurden die Adoptivtochter und vier minderjährige Geschwister aus der Familie genommen. Inzwischen haben die Staatsanwälte die Anklage deutlich ausgeweitet. Zu den ursprünglichen Vorwürfen kamen unter anderem schwere Kindesmisshandlung, Kindesvernachlässigung sowie mehrere weitere Anklagepunkte hinzu. Dem Ehepaar drohen im Falle einer Verurteilung langjährige Haftstrafen. Beide weisen sämtliche Vorwürfe zurück.
Verwendete Quellen: people.com, local10.com
































