Forderung nach "2G plus"

Ärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt kritisiert Corona-Beschlüsse

Ärztepräsident Reinhardt kritisiert Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern.
Ärztepräsident Reinhardt kritisiert Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern.
© dpa, Wolfgang Kumm, wk pil kno

03. Dezember 2021 - 9:25 Uhr

Neue Bund-Länder-Beschlüsse unzureichend?

Nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden immer mehr Forderungen nach noch schärferen Maßnahmen laut. Auch Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt hat die neuen Corona-Regeln zur Bekämpfung der vierten Welle als unzureichend kritisiert.

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Forderung nach "2G plus" in Innenräumen

"Um das Gesundheitswesen vor Überlastung zu schützen, wären aus unserer Sicht noch weitergehende Maßnahmen notwendig", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Seiner Meinung nach sollte für Geimpfte und Genesene bundesweit verpflichtend in Bars, Restaurants sowie für Sport und Kulturveranstaltungen in Innenräumen 2G plus gelten - dann müsste zusätzlich ein Test vorgelegt werden. Vor allem müsse die Einhaltung der Zutrittsvoraussetzungen strikt kontrolliert und deren Missachtung verbindlich sanktioniert werden, mahnte Reinhardt.

Bund und Länder hatten sich am Donnerstag auf bundesweit deutlich schärfere Vorgaben und Einschränkungen geeinigt. Diese reichen von erheblichen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene bis hin zu 2G-Regelungen für den Besuch von Restaurants, Kinos, Theatern und anderen Freizeiteinrichtungen. Zusätzlich kann ein aktueller Test vorgeschrieben werden. Für überregionale Sport-, Kultur- und andere Großveranstaltungen kommen Zuschauer-Begrenzungen. Genutzt werden dürfen nur bis 50 Prozent der Kapazität - innen sind maximal 5.000 Zuschauer erlaubt, im Freien 15.000. Zugang haben nur Geimpfte und Genesene (2G) mit medizinischer Maske, vorgeschrieben werden können auch extra Tests (2G plus).

Ärztepräsident plädiert für Geisterspiele bei Fußball

Reinhardt reicht aber auch die Zuschauerbegrenzung etwa für Fußballspiele auf maximal 15.000 nicht. "Großveranstaltungen auch im Freien sollten entweder ganz untersagt oder nur ohne Zuschauerbeteiligung erlaubt werden", sagte er und plädierte damit für sogenannte Geisterspiele.

Er begrüßte die Pläne zur Einführung einer Impfpflicht. "Wir hätten alle lieber auf eine allgemeine Impfpflicht verzichtet. Mittlerweile sehen wir aber, dass sie das einzige Mittel ist, um aus der Lockdown-Endlosschleife herauszukommen.» Bund und Länder gehen davon aus, dass diese ab Februar kommen könnte. Der Ethikrat soll bis Jahresende eine Empfehlung dafür erarbeiten. (dpa/dhe)