Nach Bund-Länder-Beschluss

Neue Corona-Regeln noch zu lasch? Experten fordern "Kontaktbeschränkungen für alle"

03. Dezember 2021 - 9:25 Uhr

Nicht genug? Bund und Länder beschließen neue Corona-Regeln in der Vorweihnachtszeit

Bund und Länder haben am Donnerstag die Regeln für Bürger ohne Impfung gegen das Coronavirus deutlich verschärft. Künftig muss diese Gruppe mit harten Einschränkungen im privaten und öffentlichen Bereich rechnen – und das bundesweit! Welche Beschränkungen jetzt gelten, sehen Sie im Video oben.

Nun kritisieren führende Virologen und Epidemiologen die von Bund und Ländern beschlossenen Kontaktbeschränkungen nur für Ungeimpfte. Sind die noch zu lasch, um die vierte Welle zu brechen?

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"Es wäre besser gewesen, Kontaktbeschränkungen für alle zu verhängen"

"Es ist ein Fehler, Kontaktbeschränkungen für Geimpfte auszuschließen", sagt Virologe und Stiko-Mitglied Klaus Überla dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) einem Vorabbericht zufolge. Inzwischen würden fast die Hälfte der symptomatischen Infektionen bei Geimpften auftreten. "Die Geimpften spielen eine beträchtliche Rolle bei der Ausbreitung des Virus", so der Virologe.

Der Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie kritisiert ebenfalls die mangelnde Überprüfbarkeit von Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich: "Es wäre besser gewesen, Kontaktbeschränkungen für alle zu verhängen." Dies könnte leichter überprüft werden und zugleich besser für ein Absinken der Infektionen sorgen", so der Experte.

DIVI-Präsident Gernot Marx: "Einheitliche Maßnahmen am effektivsten"

Gernot Marx
Gernot Marx: ""Wir brauchen deutliche Kontaktbeschränkungen"
© deutsche presse agentur

Auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, fordert zusätzlich zu den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz verschärfte Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte. "Wir brauchen deutliche Kontaktbeschränkungen, aktuell tatsächlich am besten für alle", sagt der Divi-Präsident dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) einem Vorabbericht zufolge.

Hinzu käme, dass man über die neue Virusvariante noch nicht genug wisse und deswegen besonders vorsichtig sein müsse. "Es ist wichtig und richtig, dass nun bundeseinheitliche Maßnahmen und Grenzwerte beschlossen worden sind. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass einheitliche Maßnahmen am effektivsten wirken", so Marx. (reuters/dhe)

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