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Ärger um Radweg in Hamburg Eimsbüttel: Diese Verkehrsberuhigung sorgt für Aufregung

Verkehrsberuhigung oder Verkehrsaufregung?

Hier steigt keiner richtig durch: Ärger um neuen Radweg in Eimsbüttel

Ärger um Speedbreaker Wer hat hier Vorfahrt?
01:21 min
Wer hat hier Vorfahrt?
Ärger um Speedbreaker

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von David Meyer-Wilmes und Lorenz Bille

Die Passanten in Hamburg-Eimsbüttel sind aufgebracht: Der Ausbau einer Radstraße für Baukosten von insgesamt 2,6 Millionen Euro sorgte dafür, dass ein Hubbel – ein sogenannter Speedbreaker – auf der Lohkampstraße installiert wurde. Der Grund für diese teure Baumaßnahme: Fuß- und Radweg, die die Straße kreuzen, sollten so auf eine Höhe gebracht und damit das einfachere Überqueren der Straße möglich gemacht werden. Gleichzeitig sollte so der Autoverkehr entschleunigt werden. Klingt erstmal sinnvoll, ist es in der Praxis offenbar aber nicht.

Wie die Situation vor Ort aussieht und wieso sich die Anwohner so ärgern, sehen Sie im Video.

CDU-Politiker kann es nicht verstehen

„Wenn ein Normalbürger so etwas verzapfen würde, wäre er seinen Job los“, so beschreibt der CDU-Bezirkspolitiker Sören Ehrlich im RTL-Interview den Bau des Speedbreakers. Das Problem: Der Hubbel soll zwar die Verkehrssituation sicherer machen, indem das Zusammenspiel an dieser Straße zwischen Fußgängern, Fahrrad- und Autofahrern entschleunigt wird. Gleichzeitig sorgt die Maßnahme aber für Verwirrung unter den Verkehrsteilnehmern, denn keiner weiß so richtig, wer Vorfahrt hat und wer nicht. Für Sören Ehrlich ist die Entscheidung für die vermeintliche Verkehrsberuhigung nicht ganz einleuchtend: „In einer 50er Zone beruhigt man nicht den Verkehr. Das macht man in einer 30er Zone oder in einer Spielstraße.“

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Hamburger Verkehrsbehörde rechtfertigt die Entscheidung

Um diesen bürgersteighohen Hubbel dreht sich der ganze Ärger
Um diesen bürgersteighohen Hubbel dreht sich der ganze Ärger.
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Vor der Kamera wollte sich die Behörde zu den Beschwerden nicht äußern, betonte aber auf RTL-Anfrage schriftlich, die Speedbreaker dienten zur „Reduzierung der Geschwindigkeit und damit der Verbesserung der Verkehrssicherheit“. Außerdem sei der Bau im Dezember 2018 „polizeilich genehmigt“ worden. Doch die Kritik der Verkehrsteilnehmer ist offenbar angekommen: Die Verkehrsbehörde bespreche jetzt auch „etwaige Verbesserungsmöglichkeiten“ mit der Polizei und ob hier nochmal umgebaut werden müsse.

Außerdem haben die Behörden mittlerweile ein zusätzliches Schild aufgestellt, das zumindest den Autofahrer vor dem Speedbreaker und damit wohl auch der unklaren Vorfahrtssituation warnen soll.