Fünfmal „mangelhaft”„Gefährlich schlecht”! Diese Kinderfahrräder crashen bei Stiftung Warentest

Ein Mädchen und ein Junge beim Fahrradfahren (Symbolbild).
Stiftung Warentest hat elf Kinderfahrräder getestet. Fünf fallen durch.
picture alliance / ZB | Jens Kalaene

Komplett ausgebremst!
Eltern aufgepasst: Von den elf 14-Zoll-Fahrrädern für Kinder zwischen drei und fünf Jahren, die Stiftung Warentest jetzt geprüft hat, fällt knapp die Hälfte durch – und zwar fast alle wegen des gleichen Sicherheitsmangels. Das kritisiert das Verbrauchermagazin!

Haltbarkeit, Schadstoffe, Fahrsicherheit – so wurde getestet

Die Fahrräder im Test stammen unter anderem von bekannten Marken wie Puky, Cube und Bulls sowie von Decathlon oder Woom. Die Preisspanne reicht von 120 bis 449 Euro. Der wichtigste Teil des Checks war der Praxistest, bei dem Kinder zwischen drei und fünf Jahren mit den Rädern über den Schulhof düsten und zum Beispiel Slalom fuhren. Dabei wurden sie von Expertinnen und Experten beobachtet, die prüften, ob die Räder zum Körperbau passen und die Kinder ergonomisch sitzen. Außerdem wurden sie auf ihre Haltbarkeit und Schadstoffe untersucht.

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Diese Kinderräder rasseln durch

Das Ergebnis ist ernüchternd: „Im Praxistest segelten einige Kinder beim Bremsen über den Lenker. Zum Glück hat sich niemand verletzt“, erklärt Nico Langenbeck, Experte für Sport- und Freizeitprodukte bei Stiftung Warentest. „Im Labor stellten wir dann fest, dass die Vorderbremsen von Academy, Bachtenkirch, Bikestar und Cube viel zu stark sind und die Normvorgaben für Kinderfahrräder teils deutlich überschreiten.“ Die Bewertung lautete deshalb bei allen: „mangelhaft”.

Auch das getestete Modell von Dino Bikes reiht sich bei den Testverlierern ein. Hier ist es allerdings umgekehrt: Die Hinterbremse ist zu schwach, außerdem brach der Gabelschaft im Belastungstest.

Alle Ergebnisse findet ihr auf test.de.

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Das sagen die Hersteller zur Klatsche

Die Anbieter reagierten sehr unterschiedlich auf diese Ergebnisse: Bachtenkirch veröffentlichte laut Stiftung Warentest eine Anleitung für Eltern, mit der sie die Bremsen des Rads selbst schwächer einstellen können. Andere boten an, einen Powermodulator einzubauen, der zwar die Bremskraft reduzieren soll, aber eben auch die Bremswirkung verändert - ob das besser für das Kind ist, sei nicht sicher, so Langenbeck. Weniger kundenfreundlich schätzt der Experte die Antwort des Herstellers ein, dessen Rad sogar auseinanderbrach: „Dino Bikes hat gesagt: ‘Mein Rad ist normgerecht, wir verändern da nichts und verkaufen das weiter.’”

Stiftung Warentest rät Eltern, beim Kauf besonders auf die Sattelhöhe zu achten: Sie muss zur Beinlänge des Kindes passen. Manche Räder lassen hier nur wenige Zentimeter Wachstum zu, weshalb die Kinder schnell „herauswachsen”. Andere bieten deutlich mehr Spielraum, sodass das Rad länger in Gebrauch bleiben kann. Das Gewicht ist ebenfalls wichtig: je geringer, desto leichter ist das Fahren für die Kinder. Von Stützrädern rät das Test-Team übrigens ab – sie behindern das Radfahren lernen eher.