„Ich nenne es das Monster in mir“

Tamara hat als Erwachsene ADHS

Tamara leidet als Erwachsene unter ADHS „Ich nenne es das Monster in mir“
02:59 min
„Ich nenne es das Monster in mir“
Tamara leidet als Erwachsene unter ADHS

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Störung betrifft nicht nur Kinder

Bei Kindern ist die Krankheit bekannt: die Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS. Betroffene Kinder sind oft echte Zappelphilippe, laufen unermüdlich von einem Ort zum nächsten und haben häufig schwere Konzentrationsprobleme in der Schule. Viele Menschen wissen aber nicht, dass auch Erwachsene ADHS haben können. Die Symptome sind oft anders als bei Kindern. So auch bei der 43-jährigen Tamara Spielmann: Die Krankheit führt bei der Familienmutter nicht etwa zu Zappelphilipp-Verhalten, sondern zu heftigen Wutausbrüchen. Ihre bewegende Geschichte sehen Sie im Video.

Viele nehmen die ADHS-Erkrankung ins Erwachsenenalter mit

Eine lange Zeit herrschte die Ansicht vor, dass sich eine ADHS-Erkrankung mit dem Erwachsenwerden legt. Doch das ist häufig nicht so, erklärt die Psychotherapeutin Astrid Neuy-Lobkowicz im Gespräch mit RTL. Die Hälfte der Betroffenen nehmen ADHS ins Erwachsenenalter mit. "Was man gar nicht so weiß, ist, dass es ein häufiges Krankheitsbild ist, dass etwa drei bis vier Prozent der Erwachsenen davon betroffen sind."

ADHS: Das können Symptome sein

  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Motivationsprobleme – das heißt, man schiebt Sachen auf oder kann sie nur schwer zu Ende bringen
  • Mangelnde Organisationsfähigkeit
  • Starke Stimmungsschwankungen
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Erwachsene mit ADHS kämpfen im Job und in der Familie


Bei betroffenen Erwachsenen besteht seit Kindertagen eine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung, das heißt, sie waren als Kind enorm ablenkbar, konnten sich nicht für längere Zeit auf eine Sache fokussieren. Woran Sie ADHS bei Kindern erkennen, erfahren Sie hier.

Besonders wenn Erwachsene eine eigene Familie gründen, kann die Krankheit wieder zum Vorschein kommen, so Astrid Neuy-Lobkowicz: “Wenn man viel mehr zu Hause ist und nicht mehr an einem strukturierten Arbeitsplatz, wird es schlimm.“ Dazu kommt, dass ADHS erblich ist. Häufig haben also die Kinder der betroffenen Eltern selbst ADHS. Es treffen also gleich mehrere impulsive Charaktere in einer Familie aufeinander.

ADHS hat auch berufliche Folgen

Nicht nur im Familienbereich, sondern auch im Beruf hat ADHS bei Erwachsenen schwere Folgen. Laut Astrid Neuy-Lobkowicz könnten junge Erwachsene bei richtiger Behandlung zum Beispiel einen höheren Bildungsabschluss erlangen oder in ihrem Job auf einer höheren Position landen. Da die Krankheit bei Erwachsenen aber oft nicht diagnostiziert wird, bleiben viele im Job hinter ihren eigentlichen Fähigkeiten.

Neben psychotherapeutischer Begleitung gibt es auch eine medikamentöse Behandlung, in der Regel mit dem Wirkstoff Methylphenidat.