19 "Aceto Balsamico die Modena" und 8 "Condimento Bianco" im Laborcheck

Balsamico im Test: Nur jedes zweite Produkt kann überzeugen

Bei der Stiftung Warentest konnte nur jedes zweite Balsamico überzeugen.
© iStockphoto, belchonock

27. Februar 2020 - 14:28 Uhr

27 Balsamico-Produkte im Test

Balsamico ist ein echter Allrounder für die Küche. Besonders gerne wird er als Salatdressing eingesetzt. Die Stiftung Warentest hat 19 "Aceto Balsamico die Modena" und 8 "Condimento Bianco" einer gründlichen Geschmacks- und Laborprobe unterzogen. Das Ergebnis fiel durchwachsen aus: Kein einziges Produkt fiel durch, allerdings konnte nur jedes zweite überzeugen.

Die Essigsäure darf nur aus Weinrauben bestehen

Je süßer, desto besser - nur selten wird ein Lebensmittel für seinen Zuckergehalt gelobt. Doch genau auf solch eine ausgeprägte Süße sind die Tester der Stiftung Warentest bei ihrem Balsamico-Test scharf gewesen. Denn sie spricht für einen hohen Traubenmostanteil, der bei der Essigspezialität aus Modena in Italien erst so richtig die Frucht-, Most- und Malzaromen hervorbringt.

Diesem Anspruch wird aber noch nicht einmal jeder zweite Balsamico gerecht, berichtet die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe. Zwischen den 27 untersuchten Produkten liegen geschmacklich wie preislich Welten.

Große Unterschiede beim Preis - Discounter-Balsamico mit guten Noten

So kosten Edelvarianten zwischen 52 Euro ("Giuseppe Cremonini"*) und 120 Euro ("Giuseppe Giusti"*) pro Liter. Diese beiden wurden wie neun weitere Produkte von der Stiftung mit "gut" bewertet. Für gerade mal je 1,98 Euro gibt es aber bei Kaufland und Aldi ebenfalls mit "gut" benotete Tropfen, die durchaus für eine Vinaigrette taugen.

Zu den geschmacklichen Spitzenreitern zählen laut den Testern zudem der dunkle Bio-Balsamico von "Rapunzel"* (18 Euro pro Liter) sowie "Alnatura" mit seinem dunklen und hellen Balsamessig* (je 5,40 Euro pro Liter).

Verschiedene Balsamico für verschiedene Zwecke nutzen

Angesichts der enormen Preisunterschiede empfehlen die Warentester, die hochwertigen Modena-Spezialitäten zum Verfeinern von Speisen zu nutzen, zum Beispiel von Parmesan, Desserts, Obstsalat oder Eis. Für ein Salatdressing reiche dagegen durchaus ein Standard-Balsamessig.

Die Balsamici, die mit den Urteilen "befriedigend" und "ausreichend" weniger überzeugten, unterteilen sich in zehn dunkle und sechs weiße Sorten. Hauptkritikpunkte der Warentester waren hier ein einseitig saurer Geschmack, Essigester-Geruch, eine mangelhafte Deklaration und ein geringer Traubenmostanteil.

Erfreut zeigen sich die Tester dagegen über die Qualitätsverbesserung im Vergleich zu einem Test im Jahr 2011. Damals stammten Essig und Zucker nicht immer aus Trauben - dafür gab es im aktuellen Test keine Hinweise mehr. Auch die Mindestsäure von sechs Prozent hielten alle dunklen Balsamici ein - und keiner schmückte sich zu Unrecht mit der geschützten geografischen Herkunftsangabe Aceto Balsamico di Modena.

Quelle: DPA / test.de / RTL.de

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.