Bushido bald wieder im Zeugenstand

Abou-Chaker-Prozess: Rapper Shindy als Zeuge bügelt Fragen des Gerichts mit „55“ ab

Shindy schweigt im Bushido-Prozess eisern Abou-Chakers vor Gericht
01:12 min
Abou-Chakers vor Gericht
Shindy schweigt im Bushido-Prozess eisern

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von Samina Faizi und Niklas Ullrich

Am 75. Tag des Gerichtsprozesses Bushido gegen Arafat Abou-Chaker wurde ein Rapper in den Zeugenstand gerufen, der sonst nicht mit leisen Tönen auffällt, vor Gericht aber lieber schwieg. Die Rede ist vom deutschen Künstler Shindy, bürgerlich Michael Schindler. Im Video sind er und Bushido zu sehen, wie sie auf ganz unterschiedliche Art und Weise in den Gerichtssaal kommen.

Rapper Shindy im Landgericht Berlin
Rapper Shindy in Begleitung seines Anwalts auf dem Weg in den Gerichtssaal im Bushido-Abou Chaker-Prozess.
RTL

Shindy und Bushido waren Geschäftspartner

Der 33-Jährige erscheint im oversized T-Shirt, schiefsitzender Cap und Goldschmuck an den Handgelenken im Berliner Landgericht, wie RTL-Reporterin Samina Faizi beobachten konnte, und sollte sich eigentlich im nun seit über zwei Jahren laufenden Prozess äußern.

Doch direkt zu Beginn, vor den Augen von Bushido, lehnt es Shindy ab, Fragen zu beantworten und beruft sich über seinen Anwalt auf sein Zeugnisverweigerungsrecht nach Paragraf §55. Der Künstler ist nämlich in einem Steuerverfahren involviert und es gab bereits zwei Durchsuchungsbeschlüsse wegen seiner Geschäftsbeziehung zu Bushido. Darum scheint es für ihn unmöglich zu sein, auszusagen, ohne sich selbst zu belasten.

Das wollen die Kammer und die Staatsanwaltschaft aber nicht einfach so durchgehen lassen, da ja auch Fragen gestellt werden können, die ihn nicht belasten. Aus diesem Grund beginnen die Parteien auch mit ihrem Fragenkatalog, den der Rapper aber sehr wortkarg und ausschließlich mit der Antwort „55“ kommentiert. Es wirkt zuweilen sogar respektlos gegenüber dem Gericht, das legt sich aber mit der Zeit wieder.

Abou-Chaker-Prozess: Geldstrafe für Rapper Shindy

Nach der Befragung verhängt die Kammer ein Ordnungsgeld gegen den 33-Jährigen in Höhe von 1.000 Euro oder ersatzweise acht Tage Ordnungshaft. Sein Zeugenbeistand hat daraufhin angekündigt, Beschwerde dagegen einzulegen. Kommt es soweit, muss ein Kammergericht über das weitere Vorgehen entscheiden.

Bis hierhin war von Bushido noch nichts zu hören, doch gegen Ende ergreift er dann auch noch das Wort. Mit dem Vorsitzenden bespricht er das weitere Vorgehen im Prozess und dabei geht es in erster Linie um seine nächsten Aussagetermine.

Bushido erneut als Zeuge im Prozess

Die Aussagen werden nämlich gebraucht, weil das Anhören der Stern-Audiodatei noch aussteht und dafür soll Bushido auch erneut in den Zeugenstand treten. Die Befragung war wohl für Ende August bzw. Anfang September angesetzt, kann aber in der Form nicht stattfinden, weil die Pläne von dem Rapper und seiner Familie anders aussehen: ein Umzug nach Dubai steht vor der Tür.

Aus diesem Grund wird sein Auftritt als Zeuge auf nächsten Montag, den 15. August 2022, festgelegt. Der reguläre Prozess wird am 10. August, um 9:30 Uhr mit Zeuginnen und Zeugen der Berliner Polizei fortgesetzt.