Babyentwicklung im zweiten Jahr

8. Wachstumsschub: Laufen, Launen, Losschreien

Im 8. Wachstumsschub zu Beginn des zweiten Lebensjahres lernt das Baby unter anderem das Laufen und wird etwas launisch. So können Sie Ihr Kind während dieser Phase unterstützen.
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15. Juli 2020 - 12:28 Uhr

Der 8. Wachstumsschub folgt nach dem ersten Geburtstag

Zwischen dem 13. und 14. Monat Ihres Kindes beginnt der 8. Wachstumsschub, der zumeist rund vier bis fünf Wochen dauert. Der erste Geburtstag des Babys liegt bereits hinter Ihnen und Sie können auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Das neue Jahr wird für Sie nicht weniger spannend, wie der 8. Wachstumsschub bereits ankündigt. Er trifft einige Eltern mit einer gewaltigen Kraft, denn das Kind wird hiernach deutlich willensstärker. 

Welche Anzeichen gibt es für den 8. Wachstumsschub?

Das wohl stärkste Anzeichen dieses Wachstumsschubs beim Baby ist das lautstarke Quengeln des Kindes. Es hat jetzt nicht nur seinen Willen entdeckt, es will ihn auch durchsetzen. Dies kann sich im Supermarkt am kunterbunten Süßigkeitenregal ebenso zeigen wie durch die Weigerung, ins Bettchen gehen zu wollen.

Viele Kinder wachen auch nachts auf und verlangen nach der Flasche oder möchten gestillt werden. Leider gibt es mit dem eigenen Willen ein großes Problem: Die Sprösslinge können ihn nicht klar kommunizieren, weshalb die Eltern oft raten müssen: Dies geht schnell schief und das Kleine wird aus Verzweiflung grantig.

Was passiert beim 8. Wachstumsschub mit dem Baby?

Die wichtigste Entwicklung in diesem Wachstumsschub sind die ersten eigenständigen Schritte, die die meisten Kinder nun machen. Es zieht sich an Dingen hoch und versucht, einen Fuß vor den nächsten zu setzen. Unsichere Gegenstände in Babyhöhe sollten daher möglichst weggeräumt werden, da sie beschädigt werden könnten oder sich das Verletzungsrisiko erhöht.

Typisch für diesen Wachstumsschub beim Baby sind auch die Launen, die sich schnell ändern können: Gerade hat es noch fröhlich gelacht und im nächsten Moment weint es bereits. Einige Kinder fremdeln nun auch wieder verstärkt, obwohl sich dies bereits gebessert zu haben schien.

Das Baby entdeckt das Prinzip der Programme

Jetzt beginnt die Phase der Programme: Die Kinder haben bereits gelernt, dass es für Ereignisse eine Reihenfolge gibt, nun entdecken sie, dass sich diese Reihenfolge in Programme auflösen lässt. So kann beispielsweise zuerst der Pullover und dann die Hose oder umgekehrt angezogen werden. Zum Lernprozess des Nachwuchses gehört es, unterschiedlichste Programme auszuprobieren.

Dies wird auch beim Essen deutlich, welches oft überall aber nicht im Mund landet. Diesen Entwicklungsschritt können Sie geschickt in den Alltag einbauen. So können Sie dem Kind beispielsweise zeigen, dass zuerst die Hände gewaschen werden müssen, um dann gemeinsam ein Buch anzusehen. Dadurch lernt es neben Geduld auch die Wichtigkeit, Dinge zu Ende zu bringen.

Gibt es in dieser Phase Besonderheiten zu beachten?

Ein guter Mix aus Sensibilität und Stärke ist von den Eltern während dieses Wachstumsschubs gefragt. Die Launen können gelegentlich Verzweiflung auslösen, doch davon sollten Sie sich nicht unterkriegen lassen. Hat Ihr Kind in der Öffentlichkeit einen Wut- oder Trotzanfall hat, da es nicht seinen Willen bekommt, ist Gelassenheit gefragt. Dieses kindliche Verhalten ist ganz normal und sollte nicht überbewertet werden. Jetzt ist es wichtig, sich nicht durch andere Menschen stressen zu lassen: Egal wie sie reagieren, für Andere ist es eher selten das Richtige. Versuchen Sie, möglichst ruhig zu reagieren – auch wenn dies nicht immer leicht fällt.