4. Januar 2019 - 20:35 Uhr

6.000 Tonnen weniger Zucker und Salz in Eigenmarken

Lebensmittel gesünder machen - das ist das Ziel von Supermärkten wie Aldi, Lidl, Rewe & Co. Seit 2014 reduzieren die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd den Salz- und Zuckergehalt in ihren Eigenmarkenartikel. Jetzt haben sie eine Zwischenbilanz gezogen: 400 Tonnen Salz und 5.700 Tonnen Zucker haben die beiden Discounter zusammen in dieser Zeit eingespart. Doch was ist mit den anderen großen Supermärkten und Discountern? Wir haben nachgefragt.

Ziel: Gesünder ernähren, Krankheiten vorbeugen

"Einfach besser leben", "Mehr bewegen – besser essen" oder "Fit für mein Leben" - die Namen der Kampagnen sind vielfältig. Das Ziel ist bei allen ähnlich: Die Eigenmarkenprodukte gesünder machen, das Bewusstsein für gesunde Ernährung stärken und Erkrankungen wie Diabetes und Herz- und Kreislaufstörungen vorbeugen. Und das geht vor allem mit weniger Salz und Zucker. Seit 2014 hat Aldi gut 6.000 Tonnen Salz und Zucker weniger in den Produkten seiner Eigenmarken verwendet. "Das entspricht etwa 240 Lkw-Ladungen", erklärt Philipp Ilbertz von Aldi Nord.

Bei rund 860 Produktsorten hat Aldi in den vergangenen Jahren die Rezepturen von Backwaren Müslis, alkoholfreien Getränken, Milch- und Kinderprodukten angepasst. Zusätzlich setzen sie auf eine große Auswahl an veganen und Bio-Produkten. "Mit unserer Kampagne möchten wir beim Verbraucher das Bewusstsein schärfen, wie einfach eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung in den Alltag integriert werden kann", sagt Dr. Julia Adou von Aldi Süd.

Lidl reduziert Stück für Stück

Das möchte die Konkurrenz auch: 2017 hat sich Lidl dazu verpflichtet, Zucker und Salz in seinen Eigenmarkenprodukten bis 2025 um 20 Prozent zu reduzieren. Der Fokus liegt dabei auf Lebensmitteln, die viel und gerne von Kindern konsumiert werden. In Frühstückscerealien der Eigenmarke "Crownfield" wurde der Zuckergehalt bereits um bis zu 35 Prozent reduziert, beim Joghurt der Eigenmarke "Milbona" jeweils um rund 2 Gramm.

Ersetzt wird der Zucker aber nicht einfach durch Süßstoff. Damit die Kunden sich an die veränderte Rezeptur gewöhnen können, reduziert Lidl Stück für Stück den Zuckergehalt und verwendet stattdessen beispielsweise beim Erdbeer-Joghurt mehr Erdbeeren und Erdbeersaft.

Salz spart Lidl bei Brot und Brötchen, Chips und Fertiggerichten ein. Bei seinen frischen Broten und Brötchen im Dauersortiment reduzierte der Discounter den Salzgehalt um rund 13 Prozent, bei Ciabatta sogar um bis zu 30 Prozent (Stand Dezember 2017).

Rewe und Penny überarbeitet rund 1.000 Rezepturen

Auch Rewe und Penny (gehören beide zur "Rewe Group") haben den Salz- und Zuckergehalt bereits in rund 250 Eigenmarken-Artikeln wie Molkereiprodukten, Speiseeis, Cerealien, Brot oder Getränken reduziert. Bei weiteren 1.000 Produkten werden die Rezepturen noch überarbeitet.

Auch die "Rewe Group" möchte Salz und Zucker Stück für Stück verringern. "Wir formulieren keinen konkreten Prozentsatz, um den wir reduzieren wollen. Wir wollen unseren Kunden Zeit geben, sich geschmacklich auf die veränderten Rezepturen einzustellen", erklärt Dr. Klaus Mayer vom Rewe-Qualitätsmanagement. Das Ziel: Bis 2020 sollen alle relevanten Eigenmarken-Produkte überprüft sein. Bei mindestens 50 Prozent der relevanten Artikel soll in diesem Zug der Salz- oder Zuckergehalt reduziert werden.

Hohe Ziele bei Real, Kaufland und Edeka

Und die restlichen Supermärkte? Alle ziehen mit, mit leicht abweichenden Zielen: Real hat sich vorgenommen, bis Ende 2022 sämtliche Eigenmarkenprodukte zu überprüfen und diese, wenn möglich, zu optimieren. Bisher hat das Unternehmen den Zuckergehalt in rund 150 seiner Produkte im Durchschnitt um sieben Prozent verringert. Die größte Zuckerreduktion liegt beispielsweise bei einem Kuchen der Eigenmarke "TiP" bei 26 Prozent.

Kaufland reduziert bereits seit 2015 den Anteil an Zucker, Salz und Fett in seinen Eigenmarken-Artikeln. Bis 2021 möchte die Einzelhandelskette den Salz- und Zuckergehalt bei mehr als 300 Produkten sogar um bis zu 35 Prozent senken.

Was Kaufland sich vornimmt, hat Edeka bei manchen Produkten bereits erreicht. Bei einigen Müslis konnte der Zuckergehalt um bis zu 35 Prozent reduziert werden, im Durchschnitt sind es aktuell zehn Prozent. In den nächsten drei Jahren plant das Unternehmen den Zucker- und Salzgehalt in seinem Sortiment um weitere 25 Prozent zu senken.