Barbara Breuer von der Berliner Stadtmission über die Arbeit mit Geflüchteten

16-Jährige Geflüchtete sagte über den Krieg in ihrer Heimat: "Mein Leben wird nie wieder wie das alte"

12. Mai 2022 - 12:22 Uhr

von Nele Balgo und Lena Andro

Seit Beginn des Angriffskriegs von Russland haben schon 234.000 Geflüchtete aus der Ukraine Berlin erreicht. Mittlerweile hat sich die Situation wieder etwas entspannt, doch es kommen noch immer etwa 3.000 Menschen jeden Tag an den Willkommenszelten an den Bahnhöfen an.

Wie den Menschen bei ihrer Ankunft geholfen wird, darüber spricht Barbara Breuer von der Berliner Stadtmission mit RTL-Reporterin Nele Balgo.

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Menschen brauchen emotionale Unterstützung

Für die Menschen, die teilweise Tage oder Wochen auf der Flucht sind, ist ein Ort der Ruhe und das Gefühl, in Sicherheit zu sein, besonders wichtig, so Barbara Breuer. Die Geflüchteten sind "so im Überlebensmodus", dass sie teilweise körperliche Beschwerden gar nicht wahrnehmen, erzählt sie weiter. "Wir können uns das gar nicht vorstellen", in was für einer Situation sich diese Menschen befinden. Emotionale Unterstützung, gerade in den ersten Tagen, sei extrem wichtig.

Ein 16-jähriges Mädchen erzählte beispielsweise, dass ihr Leben nie wieder so sein wird, wie früher: "Die Stadt aus der ich komme, ist komplett zerstört, meine Freunde sind in aller Welt verstreut und mein Leben ist nie wieder das alte." Solche Begegnungen berühren sie ganz besonders, sagt Barbara Breuer.

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Viele Fragen von Geflüchteten, wie es weiter geht

Die Geflüchteten, die in den Willkommenszelten ankommen, haben sehr unterschiedliche Ziele. "Es gibt welche, die wollen mit konkretem Ziel direkt weiterreisen, es gibt aber auch Menschen, die gar kein Ziel haben". Die wollen dann erst einmal wissen, wo es beispielsweise günstige Wohnungen gibt und eine erste Orientierung erhalten.

"Wenn die Leute dann untergebracht sind", denn die Stadtmission hat auch eine Unterkunft für Geflüchtete bereitgestellt, kommen relativ schnell die Fragen: "Wie geht es jetzt mit uns weiter? Wo finden wir eine Arbeit? Wo können wir Deutsch lernen? Wie kommen unsere Kinder in die Schule?" Die Strukturen zur Beantwortung dieser Fragen haben sich in den letzten Monaten natürlich entwickelt.

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