Wer würde nicht gern durch die Zeit reisen?Diese Filme sind unsterblich! RTL-Moderator spricht über seine Zeitreise-Leidenschaft

Bei dieser Trilogie werden wir alle wieder zum Kind.
Im März startet „Zurück in die Zukunft” als Musical in Hamburg. Bisher mussten Fans nach London reisen, um die Abenteuer von Marty McFly und Doc Brown auf der Bühne zu bewundern. Doch auch die Filme faszinieren Fans bis heute. Einer davon: RTL-Moderator Christoph Hoffmann (42)! Er ist leidenschaftlicher „Zurück in die Zukunft”-Fan. Warum das so ist, hat er für euch aufgeschrieben.
In welches Jahr würdet ihr reisen?
Die schwierigste Frage gleich vorneweg: Wenn ihr eine Zeitmaschine hättet, in welches Jahr würdet ihr reisen?
Diese Frage wird mir eigentlich immer gestellt, wenn ich von meiner Liebe für diese Filmreihe erzähle. Ihr habt bis zum Ende dieses Artikels Zeit, zu überlegen. Und auch ich werde euch dann meine Top3-Reiseziele verraten. Wann ich „Zurück in die Zukunft“ das erste Mal gesehen habe, weiß ich gar nicht mehr genau. Es muss Ende der 90er-Jahre gewesen sein, als mein Filminteresse erwachte und die VHS-Sammlung meiner Eltern mich mehr und mehr in den Bann zog.
Damals war es aber nur ein Film. Eine Komödie eben; mit Zeitreisen, einem verrückten Wissenschaftler und guten Gags. Der tiefere Sinn, die Faszination, erschloss sich mir – wie so oft – erst mit dem Älterwerden.
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„Zurück in die Zukunft” ist wie ein alter Freund
Heute ist „Zurück in die Zukunft” wie ein alter Freund für mich. Ich kenne ihn gut. Ich weiß, wie er reagiert. Und trotzdem entdecke ich immer noch was Neues. Wusstet ihr zum Beispiel, dass das Drehbuch zuerst dutzende Male abgelehnt wurde? Dass Hauptdarsteller Michael J. Fox parallel noch in einer Serie spielte und oft ziemlich übermüdet zum Dreh kam? Oder dass Huey Lewis, der den grandiosen Titelsong „Power of Love“ singt, auch mitspielt?
Ja, bei „Zurück in die Zukunft” mutiere ich zum Nerd. Aber kein Wunder: Denn egal, worauf ihr bei Filmen besonders schaut: Diese Trilogie macht einen Haken dahinter.
Allein das Thema Zeitreisen. Noch mal das Gefühl direkt nach dem Schulabschluss spüren. Den ersten Kuss. Erlebte oder zugefügte Verletzungen heilen. Oder, denken wir größer: Beim Mauerfall zusehen? Bei der Geburt Jesu? Wie wär’s mit den Dinosauriern? Im allerersten Automobil sitzen. Beim Kennenlernen der eigenen Eltern dabei sein. Alles möglich.

Ikonische Zitate aus den drei „Zurück in die Zukunft”-Filmen
Doch der Film hat das Thema natürlich nicht erfunden. Das früheste und berühmteste Beispiel ist von 1895: H.G. Wells’ Roman „Die Zeitmaschine“. Großer Gott, ist das lange her. Das liebe ich übrigens auch: Die vielen ikonischen Zitate. Wenn Doc Brown fassungslos staunend „Großer Gott!“ ruft. Oder Marty in jedem Film entschlossen sagt: „Niemand nennt mich eine feige Sau!“
Und gerade das, der Humor, macht die Filme für mich so besonders. Die Leichtigkeit. Mit schweren und ernsteren Science-Fiction-Werken konnte ich dagegen oft wenig anfangen. Und damit spielen die Autoren Robert Zemeckis und Bob Gale durchgehend. Als der 50er-Jahre-Doc Marty fragt, wer 1985 Präsident ist – Antwort: Ronald Reagan – ist der Zeitmaschinen-Erfinder fassungslos. „Der Schauspieler??!!“ Welch Ironie, dass Jahrzehnte später Arnold Schwarzenegger Gouverneur von Kalifornien wird und der heutige US-Präsident… nunja, auch TV-Erfahrung hat.
Und Chuck Berry hat „Johnny B. Goode“ ja auch nur schreiben können, weil Marty McFly zur Gitarre gegriffen hat. Ich grinse in dieser Szene auch beim 20. mal noch.
Video-Tipp: Emotionales Treffen von Doc Brown und Marty McFly
Zu welchem Tag würdet ihr reisen?
Diese Zahl ist übrigens nicht übertrieben. Immer im Herbst, wenn die Tage länger und blockbustertauglicher werden, schaue ich mir alle drei Filme an. Was diese aber auch schaffen: Sie sind in ihrer Leichtigkeit nachdenklich, fast schon philosophisch. Würde man rückwirkend etwas in seinem Leben ändern, wenn man könnte? Und welcher Mensch wäre man dann heute? Wäre so eine zurechtgestutzte Zeitreisen-Variante von einem selbst nicht ziemlich öde?
Oder man dreht gleich die große Schraube und greift ins Weltgeschehen und damit ins „Raum-Zeit-Kontinuum“ ein, wie Doc Brown immer wieder warnt: Denn das beeinflusst ja weitere Ereignisse, die wiederum Auswirkungen auf andere Menschen haben… Ihr seht schon, es wird kompliziert. Und nein, ich glaube nicht, dass ihr nicht auch mal ganz kurz ans große Geld gedacht habt. Tut jeder. Ich auch.
Lese-Tipp: Zurück in die Zukunft: Welche Filmvisionen sind wahr geworden?
Wieso nicht die Zeitmaschine auf den 12. Dezember 1980 stellen: Da ging Apple an die Börse, eine Aktie kostete zehn Cent… Großer Gott! Na, rechnet und seufzt ihr auch schon?
Was der Film aber auch da lehrt, mit geradezu angsteinflößender Genauigkeit: Reichtum durch Zeitreisen-Tricks kann gefährlich werden. Wenn Bösewicht Biff in der Zukunft ein Heft mit Sport-Ergebnissen mitgehen lässt, um damit beim Wetten steinreich zu werden, erinnert er, auch optisch, fatal an Donald Trump. Die Autoren haben später zugegeben, dass diese Figur tatsächlich vom Immobilien-Mogul inspiriert ist. Die Welt rund um den reichen Biff ist düster, gierig, jeder kämpft für sich. Schnell weg hier. Nein, persönlicher Reichtum kann nicht der Antrieb für Zeitreisen sein.
Einer der schönsten Momente: ein Treffen mit „Doc Brown” am Delorean
Vielmehr zeigen die Filme: Man hat sein Schicksal jetzt in der Hand und sollte so handeln, dass eine Reise in die Vergangenheit gar nicht erst nötig ist. Inzwischen begleiten mich Marty und Doc übrigens nicht mehr nur beim herbstlichen Film-Marathon. Merchandising sei Dank ist „Zurück in die Zukunft” fest verankert in meinem Alltag.
Das Zeitmaschinen-Kennzeichen mit dem ikonischen „OUTATIME“-Schriftzug hängt an der Wand.

Ganz besonders jubelte mein inneres Kind, als ich „Doc“ Christopher Lloyd bei einer Comic-Convention in Rotterdam treffen durfte. Aufgeregt sah ich ihm zu, wie er sich, inzwischen Mitte 80, in den bereitstehenden Delorean faltete – und setzte mich für ein kurzes Foto daneben. Drei Sätze, „next please“. Autogramme und Fotos: Es ist ein gut bezahlter Job, wurde mir etwas ernüchtert klar.
Die letzte Errungenschaft kam erst vor ein paar Monaten hier an: Ein Hoverboard, das fliegende Skateboard aus dem 2. Film. Warum ich mir in meinem Alter ein pinkes Plastik-Brett ins Wohnzimmer stelle, das noch nicht mal fliegt, werdet ihr fragen? Manchmal frage ich mich das selbst. Und weiß es dann doch. Weil es der kindliche Rest-Zauber ist, den man sich in dieser Welt bewahren sollte, die so ernst, so unberechenbar, so fragil geworden ist. Und mit der ich in meinem Beruf tagtäglich zu tun habe, von Anschlägen bis Autokraten.
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Wohin würde Christoph Hoffmann reisen?
„Zurück in die Zukunft” bringt mich daher nicht nur in den Rock’n’Roll der 50er, den Wilden Westen 1885 oder in das zum Dreh noch weit entfernte 2015 der Zukunft. Es ist mein Fluchtraum, der angenehm überschaubar bleibt, in dem ich die Dialoge mitsprechen kann – und der mich danach noch weiterträumen lässt: In welches Jahr reisen wir jetzt?
Apropos, ich bin euch ja noch etwas schuldig. Also:
Erste Eingabe in die Zeitmaschine: 24.11.1981, Queen spielen in Montreal eines ihrer besten Livekonzerte. Als großer Fan der Band, aber leider zu spät Geborener, würde ich Freddie Mercury gerne zujubeln.
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Zweite Eingabe: 100 n. Chr. – als gebürtigen Kölner faszinieren mich das römische Reich und die Wurzeln der Stadt seit langem. Diese Jahre gelten als die besten der damaligen Epoche, mit Wohlstand und technischer Entwicklung.
Dritte Eingabe: Das Jahr 2300. Ein Blick, nicht allzu weit, in die Zukunft: Gibt es uns Menschen noch? Wie leben wir? Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz? Und wurden jetzt endlich fliegende Skateboards erfunden? Ich hätte noch Platz im Wohnzimmer. Und jetzt seid ihr dran.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche
































