Andrea Berg ist am Mittwoch 60 Jahre alt geworden.
Prost! Und Stillstand kennt sie nicht: Sie arbeitet aktuell an einem neuen Album, gibt im Sommer Open-Air-Konzerte und plant eine große Arena-Tour.
Ihre enorme Energie und ihre Lebensfreude haben auch mit ihrem früheren Beruf zu tun – aus der Zeit, als Andrea Berg noch Andrea Zellen hieß.
Wir treffen sie in Köln. Die Begrüßung findet ausgerechnet in der Arena statt, in der sie im nächsten Jahr auftreten wird.
Seit 35 Jahren steht sie auf der Bühne, hat 170 Songs geschrieben und 14 Nummer-eins-Alben veröffentlicht. Sie zählt zu den erfolgreichsten Sängerinnen Deutschlands.
Heute steht sie fitter, selbstbewusster und vor mehr Publikum denn je auf der Bühne. Früher dachte man, mit 40 oder 50 sei man alt. Mit 60 sagt sie: Solange es ihr gut geht, genießt sie jeden Augenblick.
Ein Moment veränderte alles: 2016 geriet bei einem Konzert in Wetzlar ihr Kostüm durch einen Pyroeffekt in Brand. Andrea Berg erlitt schwere Verbrennungen. Vor dem Feuer konnte sie sich damals nicht schützen. Die Verletzung trägt sie heute als Tattoo – ein Glücksdrache. Für sie ein Zeichen: Ihr kann nichts mehr passieren.
Andrea Berg hat viel erlebt. Wenige wissen, dass sie mit einem bestimmten Song den Vater ihrer Tochter Lena-Marie gemeint haben soll. Ihre Songs schreibt sie selbst und verarbeitet darin echte Erlebnisse. Die Beziehung zerbrach bereits während der Schwangerschaft.
Das ist 28 Jahre her. Seit rund 20 Jahren ist sie mit Hotelier und Spielerberater Ulrich Ferber zusammen. Für Lena-Marie ist er der Vater. Der leibliche Vater spielt für die Familie keine Rolle.
Heute lebt Andrea Berg mit ihrem Mann im baden-württembergischen Aspach im gemeinsamen Hotel Sonnenhof. Sie sagt, sie habe sich alle Wünsche erfüllt und lebe im Paradies – mit vielen Tieren wie Eseln, Alpakas, Schweinen und Ziegen.
Ihre Lebensfreude kommt nicht von ungefähr. Vor ihrer Karriere arbeitete Andrea Berg als Krankenschwester in der Onkologie. Die Begegnungen mit Menschen am Ende ihres Lebens haben sie geprägt. Sie weiß: Am Tod kann man nichts ändern, nur am Leben. Jeder Augenblick ist wie eine Premiere, ohne Wiederholung.
Ihren Geburtstag verbringt sie mit der Familie in einer Berghütte, mit Schweinsbraten und Knödeln. Mit 60 ist eine neue Gelassenheit in ihr Leben gekommen. Sie weiß, dass man es nicht allen recht machen kann – und lebt gut damit.
Ihr Mann Ulrich Ferber ist dabei ein wichtiger Halt: Partner, Begleiter, Manager und Herzensmensch. Jemand, bei dem sie sich nicht verstellen muss.
Andrea Berg ruht in sich selbst. Sie ist glücklich – und möchte etwas zurückgeben. Zu ihrem Geburtstag will sie 60.000 Euro spenden und weitere Geschenke in einen gemeinsamen Topf geben, um Hilfsorganisationen zu unterstützen, die sie seit vielen Jahren fördert.
Auf mehr als drei Jahrzehnte Karriere blickt sie zurück – und sieht sich auch in zehn Jahren, mit 70, noch auf der großen Showbühne.