Anfeindungen, Schmerzen, AngstCurvy-Model Angelina Kirsch und ihr neues Leben nach der Lipödem-Diagnose

Schwere Beine, Schmerzen, blaue Flecken – und das oft über Jahre hinweg.
Für Millionen Frauen in Deutschland gehört genau das zum Alltag. Auch Curvy-Model Angelina Kirsch (37) ist betroffen. Bei „stern TV am Sonntag” hat sie nun offen über ihre Lipödem-Diagnose gesprochen – und darüber, wie sie nicht nur mit der Krankheit, sondern auch mit Vorurteilen zu kämpfen hat.
Das steckt wirklich hinter der Diagnose Lipödem
„Dieser Satz: Nimm doch einfach mal ab. Ich glaube, den kennen alle Lipödem-Patienten“, sagt Angelina Kirsch im Interview. Ein Satz, der verletzt – und der vor allem zeigt, wie wenig viele Menschen über die Erkrankung wissen. Denn Lipödem ist kein gewöhnliches Übergewicht. „Das ist halt einfach ein Fettgewebe, das nicht auf eine normale Diät reagiert“, erklärt die 37-Jährige.
Schätzungsweise drei bis vier Millionen Frauen in Deutschland leiden unter Lipödem. Viele von ihnen haben jahrelang Schmerzen, ohne zu wissen, was wirklich dahintersteckt. Dazu kommen Kommentare, falsche Ratschläge und der ständige Kampf darum, ernst genommen zu werden.
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Auch Angelina Kirsch kennt diesen Gegenwind. Nachdem sie ihre Diagnose öffentlich gemacht hatte, bekam sie nicht nur Zuspruch, sondern auch viele kritische Nachrichten in den sozialen Medien. „Ich hab gelernt, schon ganz früh in meinem Leben: Du kannst es nie allen recht machen“, sagt sie. Ihre Kurven liebt sie weiterhin. Doch die Schmerzen, die blauen Flecken und die schweren Beine verändern ihren Alltag.

Zunächst hatte Angelina Kirsch nur wenige Beschwerden. Doch Anfang des Jahres wurde es schlimmer. Plötzlich schmerzten ihre Beine stark – beim Stehen, beim Gehen, sogar im Liegen. „Das ging damit los, dass ich plötzlich müde Beine hatte“, erzählt sie. Dabei sei sie eigentlich ständig aktiv: im Stall bei ihrem Pferd, zu Hause, unterwegs. „Ich merkte plötzlich, dass meine Beine schnell müde und schwach wurden.“
Angelina Kirsch: Lipödem ist keine Frage von Disziplin und schon gar kein Schönheitsproblem
Seitdem hat Angelina Kirsch ihr Leben umgestellt. Sie nimmt ihre Follower mit in ihren Alltag mit Lipödem, zeigt Lymphmassagen, Trockenbürsten und andere Versuche, die Beschwerden zu lindern. Doch sie gibt auch ehrlich zu: „Dieses ganze Leben, das ich mir jetzt um dieses Lipödem gesponnen habe, das ist auch echt aufwendig.“
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Eine Liposuktion, also das Absaugen des krankhaften Fettgewebes, kommt für sie derzeit trotzdem nicht infrage. „Ich habe Angst vor der OP“, sagt Angelina offen. Auch die Sorge, dass die Beschwerden zurückkommen könnten, beschäftigt sie. Gleichzeitig versteht das Curvy-Model Frauen, die diesen Schritt gehen: „Je mehr man mit diesen Schmerzen lebt, verstehe ich auch die Patienten, die sagen, das ist der Weg.“
Mit ihrer Offenheit will Angelina Kirsch vor allem eines erreichen: mehr Verständnis. Denn Lipödem ist keine Frage von Disziplin und kein Schönheitsproblem. Es ist eine Krankheit, die Schmerzen verursacht. „Mich stören nicht meine Oberschenkel, mich stört auch nicht mein Po, mich stören auch nicht meine starken Arme“, stellt sie klar. „Aber was ich nicht schön finde, sind die Schmerzen und die blauen Flecken und diese Müdigkeitserscheinungen.“ Ihr Körper sei nicht das Problem. „Den mag ich nach wie vor”, versichert sie lächelnd.
Verwendete Quellen: stern TV am Sonntag


