Turn-Skandal beim Deutschen Turner-Bund„Es muss sich etwas ändern!“ – Rekordmeisterin Seitz fordert Schutz von jungen Talenten

Auch Elisabeth Seitz (31) erhebt ihre Stimme!
Nachdem mehrere deutsche Turnerinnen schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den Deutschen Turner-Bund (DTB) erheben, legt die wohl bekannteste Stuttgarter Turnerin mit deutlichen Worten nach.
Elisabeth Seitz fordert Behebung der Missstände
Seitz liebt den Sport, liebt ihre große Leidenschaft, das Turnen. Und doch sieht auch sie dringenden Bedarf für große Veränderungen, wie sie auf Instagram schreibt: „Allerdings müssen für die Zukunft Missstände behoben und die Menschen zur Verantwortung gezogen werden, die diese verursachen. Früher dachte ich, das sei normal. Heute kann ich sagen: Es ist nicht normal.“
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Ähnliche Worte wählt auch Tabea Alt. Die ehemalige Profiturnerin muss aufgrund zahlreicher Verletzungen ihre Karriere mit 21 Jahren beenden. Die Hintergründe zu der scheinbar unerklärlichen Pechsträhne bleiben lange unbekannt, doch vor wenigen Tagen bricht Alt ihr Schweigen und kritisiert den DTB und den Schwäbischen Turnerbund (STB) deutlich. Der Verband habe ihre Gesundheit „ganz gezielt aufs Spiel gesetzt.“ Vorgaben der Ärzte seien missachtet worden, Alt habe mit mehreren Knochenbrüchen turnen müssen.

Auch Seitz hört die Vorwürfe „leider nicht zum ersten Mal“, wie die dreifache Olympiateilnehmerin und deutsche Rekordmeisterin auf Instagram enthüllt. „Es muss sich etwas ändern, um endlich ein gesundes Umfeld für alle zu schaffen. Denn Erfolg ist nur dann wirklich einer, wenn er auf die richtige Art und Weise erzielt wurde.“
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DTB kündigt Aufklärung an
Infolge der schweren Vorwürfe leiten der DTB und auch der STB Untersuchungen ein. „Wir nehmen die öffentliche Debatte und die Vorwürfe zum Thema mentale Gesundheit von Leistungsturnerinnen und -turnern sehr ernst. In diesem Zusammenhang liegen DTB und STB konkrete Informationen zu möglichem Fehlverhalten von Seiten verantwortlicher Trainer am Bundesstützpunkt in Stuttgart vor.“
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Die Vereinigung Athleten Deutschland zeigt sich nach den öffentlich gemachten Missbrauchsvorwürfen bestürzt: „Die Schilderungen von gravierenden Missständen im deutschen Turnsport haben uns tief erschüttert.“ Man fühle mit den Turnerinnen, die „großen Mut bewiesen und ihre erschreckenden Erfahrungen öffentlich gemacht haben“, heißt es weiter.
„Allerdings dürften die Vorwürfe Kenner des Turnsports und der Safe-Sport-Debatte nicht unbedingt überraschen.“ (fkl, mit dpa)
































