„Wäre vor Scham gerne in den Boden versunken”„In aller Freundschaft”-Star erlebte als Kind Missbrauch am Set

Annett Renneberg verdrängte den „Albtraum” lange – jetzt packt sie aus.
Vor allem mit der ARD-Kultserie „In aller Freundschaft” erlangt die Schauspielerin große Bekanntschaft, steht bereits seit ihrem 13. Lebensjahr vor der Kamera. Doch mit ihrem ersten Film verbindet Renneberg vor allem traumatische Erlebnisse.
Annett Renneberg berichtet von Missbrauch am Filmset
„Ich kann bis heute nicht meinen ersten Film ‚Die Brut der schönen Seele‘ sehen”, sagt die 48-Jährige im Interview mit der Bunten. Grund dafür seien vor allem die Dreharbeiten in den 1990er Jahren, bei denen sie „aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen” am Set „missbraucht” worden sei! Ohne Betreuung und in einer Männerwelt habe sie sich „in einigen expliziten Szenen total überfordert” gefühlt und wäre „vor Scham gerne in den Boden versunken”, erzählt Renneberg.
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„Es gab eine Masturbationsszene, die vor einem Spiegel im Stehen begann und bei der ich meine Brüste entblößen musste. Die Szene der Entjungferung durch den 17 Jahre älteren Mann wurde wiederholt, weil ‘mein Stöhnen zu unecht gewirkt habe’. Es war ein Albtraum.” Der Regisseur habe eine Szene, in der sie in Unterhose gekleidet war, gemeinsam mit ihr geprobt – zwar „bekleidet”, aber mit „Anfassen.”
Erinnerungen bei Annett Renneberg kommen 2022 wieder hoch
Vieles davon habe sie verdrängt, bis im Dezember 2022 „ein Redakteur des MDR diese Szene in einem Zusammenschnitt meiner Karriere für eine Livesendung” verwenden wollte. Moderator René Kindermann habe Renneberg daraufhin angesprochen, sich offenbar unwohl gefühlt. „Mir brach der Schweiß aus. Ich hatte meinen Kindern gesagt, sie könnten das anschauen”, erzählt sie der Bunte. Kindermann habe entschieden, den Beitrag nicht zu senden. „Das werde ich ihm nie vergessen.”
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Fast zehn Jahre lang rettet die Schauspielerin als Dr. Maria Weber bei „In aller Freundschaft” Leben, muss sich nun aber von ihren Fans verabschieden. Ihre Rolle stirbt an einem Gehirntumor – hinterlässt Renneberg aber eher stolz als betrübt, wie sie im Februar im RTL-Interview erzählt. „So einen komplexen Charakter mit entwickeln und spielen zu dürfen, ist ein großes Geschenk. Natürlich ist es schwer, mich von meiner liebgewonnenen Figur, die ja auch ein Teil meines Lebens geworden ist, zu trennen. Aber in einer langlaufenden Serie gehört Veränderung dazu.”
Verwendete Quellen: Bunte


