Hilfsorganisation entfernt Zeichen männlicher Macht Ex-Partner tätowiert seinen Namen 250 Mal auf Jokes Körper

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Instagram/spijtvantattoo
von Camilla Koziol

Sie wurde wie Vieh markiert.
Ihr Ex-Partner hat seinen Namen 250 Mal auf ihren Körper tätowiert. Joke, wie sich diese Frau nennt, hat die Beziehung mit „Hans” überlebt. Der Mann wollte auf diese Weise Macht ausüben und Joke wie seinen Besitz abstempeln. Jetzt hilft eine niederländische Organisation Frauen, die von ihren Partnern unter Zwang tätowiert wurden, die Markierungen wieder loszuwerden.

Tattoos sind Zeugen von Demütigung und Manipulation

Joke ist ein heftiger Einzelfall. Doch in den Niederlanden gibt es unzählige Frauen, die sich unter Druck, Zwang oder emotionaler Manipulation durch ihre (Ex-)Partner tätowieren ließen, berichtet Organisator Spijt van Tattoo auf der Spendenseite bei GoFundMe. Denn Aktionen, bei denen Tattoos kostspielig mit Lasern entfernt werden, benötigen dringend Spenden. Die ganze Entfernung der Tattoos auf Jokes Körper kostete rund 32.000 Euro. Geld, das die wenigsten Menschen einfach mal eben so besitzen. Um Geld für Joke und andere Opfer zu sammeln, wirbt die Organisation mit ihren Fotos. Die Kampagne trägt den Namen „Raus aus dem Herzen, raus aus der Haut”.

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Joke ist sozusagen das Gesicht der Kampagne und steht stellvertretend für viele Frauen, die Demütigung, Manipulation und Missbrauch erlebt haben.

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Ihr Ex-Partner soll sich damals im eine Tätowiermaschine im Internet gekauft und damit seinen Namen, seine Initialen oder Aufschriften wie „Eigentum von“ 250 Mal auf ihren ganzen Körper tätowiert haben. An jeder Stelle, an der sie seiner Meinung nach jemals von einem anderen Mann berührt worden war. Ein Zeichen von Kontrolle und Besitzgier.

Joke möchte Frauen, die Ähnliches erlebt haben, Mut machen: „Wer tief verletzt wurde, kann wieder aufstehen.“, sagt sie laut  Spijt van Tattoo. Wenn ich es kann, kann es auch jemand anderes“, sagt Joke.

Betroffene Frauen können sich nicht direkt bei der Stiftung bewerben, sondern bei Organisationen, die sie dabei unterstützt haben, solch schwierige Beziehungen zu verlassen.

Verwendete Quellen: GoFundMe, Instagram