Scharfe Worte vor der Reit-WM„Das ist eine kranke Welt“ – Reit-Ikone Isabell Werth rechnet mit Social Media ab

Sie hat genug vom Ton im Netz!
Vor der Reit-WM in Aachen spricht Deutschlands erfolgreichste Reiterin Isabell Werth über Anfeindungen, die sie und andere Reit-Profis, in den sozialen Medien erleben – und findet deutliche Worte. Einige Nutzer bezeichnet die 57-Jährige sogar als „Stalker“.
Isabell Werth kritisiert Debattenkultur in sozialen Netzwerken
Eigentlich steht für Isabell Werth in dieser Woche der Sport im Mittelpunkt: Die achtmalige Olympiasiegerin tritt bei der Reit-WM in Aachen an. Doch kurz vor dem Turnier spricht die 57-Jährige auch über ein Thema, das sie offenbar zunehmend beschäftigt: den Umgangston in den sozialen Netzwerken.
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„Das Wort Qualität im Zusammenhang mit Pferden darf ich heute nicht mehr sagen, ohne Reaktionen in den sozialen Medien auszulösen. Das ist inzwischen eine kranke Welt“, sagt Werth im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Mit dieser Wahrnehmung sei sie unter Reiterinnen und Reitern keineswegs allein. „Ich glaube, dass 80 bis 90 Prozent meiner Kollegen und Kolleginnen so empfinden“, erklärt die Reit-Ikone.
Werth spricht von „Stalkern“ im Netz
Besonders hart geht Werth mit einigen Kritikern des Reitsports ins Gericht. „Wir haben da Stalker, die nur ein schlechtes Bild machen wollen“, sagt sie. Gleichzeitig erlebe sie von Menschen außerhalb der klassischen Reitsport-Gemeinde viel Wertschätzung. Diese bekämen die hitzigen Diskussionen in den sozialen Medien nach ihrer Einschätzung häufig gar nicht mit.
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Auch mit der grundsätzlichen Kritik am Reitsport und der Frage, ob dieser Tierquälerei sei, wird Werth in dem Interview konfrontiert. Die gesellschaftliche Rolle des Pferdes habe sich stark gewandelt – eine Entwicklung, die sie ausdrücklich begrüßt.„Unseren Pferden geht es heute viel besser als früher, besser als einem Großteil der Menschen auf dieser Welt“, sagt Werth. Gleichzeitig dürfe diese Entwicklung aus ihrer Sicht nicht dazu führen, dass das Tier über den Menschen gestellt werde.
Reit-Profi fordert Regulierung von Social Media
Für Werth geht das Problem weit über den Reitsport hinaus. Sie sieht vor allem die Folgen, die Hass und persönliche Angriffe im Netz für junge Menschen haben können.
Deshalb spricht sich die Olympiasiegerin für stärkere Regeln aus: „Ich glaube, dass eine Regulierung von Social Media in allen Bereichen gesund wäre.“ Sie bekomme mit, wie viele junge Menschen durch Mobbing und aggressive Angriffe in den sozialen Netzwerken verletzt würden. „Das ist ein absoluter Nachteil“, sagt Werth. (okr)
Verwendete Quellen: dpa


