Weltmeister von 1990 rechnet abLothar Matthäus: Familien im DFB-Camp waren ein Fehler!

Lothar Matthäus zum DFB-Aus bei der WM 2026
Lothar Matthäus zum DFB-Aus bei der WM 2026. (Archivbild)
picture alliance / Laci Perenyi | Laci Perenyi
von Sebastian Hillig und Anke Jonschker

Sogar Kumpel Rudi Völler bekommt sein Fett weg.
Nach dem bitteren WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft spart Lothar Matthäus nicht mit Kritik. Vor allem ein Thema bringt den Rekordnationalspieler auf die Palme: die Familien im DFB-Quartier. Für ihn haben genau solche Nebenschauplätze den Fokus auf das Wesentliche gekostet.

Lothar Matthäus übt Kritik am DFB

Nach dem frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft macht der Weltmeister von 1990 deutlich, was aus seiner Sicht grundlegend schiefgelaufen ist. Besonders kritisch sieht er, dass Spielerfrauen und Familien die Mannschaft von Beginn an ins Trainingslager begleiten durften.

Lese-Tipp: Sollte Nagelsmann abgelöst werden?

„Ich denke nach wie vor, dass man bis zum Viertelfinale wirklich eine Weltmeisterschaft auch ohne Familie schafft. Mal drei Wochen, vier Wochen getrennt von der Familie.“ Für Matthäus sei dadurch der Fokus verloren gegangen. Statt sich ausschließlich auf Fußball zu konzentrieren, seien viele Spieler mit ganz anderen Dingen beschäftigt gewesen.

„Man fliegt zu einem Spiel nach New York, verliert das Spiel und danach fliegt man mit den Familien, mit Kindern, alles Mögliche zurück im Flieger. Am nächsten Tag hat man einen Familientag. Wie arbeitet man überhaupt so ein Spiel auf?“ Für den Rekordnationalspieler sei genau das das Problem gewesen. „Die Köpfe waren mit vielen Dingen voll, die da nichts zu suchen haben.“

Unverständnis für den DFB

Selbst DFB-Sportdirektor Völler nimmt Matthäus nicht aus der Kritik. „Ich verstehe auch Rudi Völler nicht. Er weiß doch genau, dass das auch in der Vergangenheit schon ein Problem beim Deutschen Fußball-Bund war.“

Zwar seien Familien wichtig, während einer Weltmeisterschaft müsse der Fokus aber ausschließlich auf dem Sport liegen. „Der Spieler soll sich auf Fußball konzentrieren. Es ist natürlich schön, irgendwann mal die Familie dabei zu haben. Aber es muss doch nicht von Anfang an sein.“

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Video-Tipp: Deutschlands Schicksalsmoment im Video

„Nur ein dummer Mensch ändert nicht seine Meinung”

Nicht nur das Umfeld der Mannschaft sieht Matthäus kritisch. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann habe aus seiner Sicht entscheidende Fehler gemacht. „Julian Nagelsmann ist es in den gut 1000 Tagen, die er im Amt ist, nie gelungen zu klären, wer unsere Mannschaft ist. Er hat immer durchwechseln müssen. 50, 60 Spieler hat er ausprobiert, das fliegt ihm jetzt um die Ohren.“

Auch dessen Führungsstil bewertet der Rekordnationalspieler kritisch. „Nur ein dummer Mensch ändert nicht seine Meinung. Das hat mir Franz Beckenbauer gesagt. Julian Nagelsmann war häufig zu stur. Das hat mir an seiner Führung nicht gefallen, weil er nicht von seiner Richtung, seiner Linie abgeht.“ Jeder könne Fehler machen, aber sie dürften sich nicht wiederholen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche