Wo Gefahren auf den Straßen lauernWeniger Tote, mehr Unfälle, mehr Drogen am Steuer - NRW-Verkehrsunfallbilanz 2025 vorgestellt

von Stefan Efferth

Das NRW-Innenministerium bilanziert für 2025: weniger Tote im Straßenverkehr, aber deutlich mehr Verletzte – und große Sorgen wegen Drogen am Steuer, E Scootern, E-Bikes und illegalen Autorennen.

Die zentralen Unfallzahlen

2025 registrierte die Polizei 656.030 Verkehrsunfälle, rund 11.000 mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 81.231 Menschen verletzt oder getötet, davon etwa 70.500 leicht und rund 10.000 schwer. 479 Menschen kamen ums Leben, sechs weniger als 2024. Rund 35 Prozent aller Unfälle waren Alleinunfälle.

Radverkehr und E Scooter im Fokus

Rund 34 Prozent aller Unfälle mit Verletzten betrafen Fahrräder oder Pedelecs. 106 Menschen starben dabei, der höchste Wert im Zehnjahresvergleich. Deutlich zugenommen haben auch Unfälle mit E Scootern: Rund 3.900 Menschen verunglückten 2025 mit E Scootern, ein Plus von etwa 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auffällig ist laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) der hohe Anteil verunglückter Kinder und Jugendlicher auf E Scootern.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Drogen, Alkohol und illegale Rennen

Die Zahl der Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss stieg auf 4.404 Fälle. 3.274 Unfälle waren auf Alkohol zurückzuführen, 1.130 auf andere berauschende Mittel. Besonders stark fiel der Anstieg bei Cannabis ins Gewicht: 506 Unfälle wurden unter Cannabiseinfluss registriert, ein Plus von 23 Prozent und der höchste jemals erfasste Wert. Parallel dazu erreichten verbotene Autorennen einen neuen Höchststand: 2.384 registrierte Rennen, 663 daraus resultierende Unfälle und 19 Tote – so viele wie noch nie seit Einführung des entsprechenden Straftatbestands.

Botschaft des Ministers

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte, Unfälle seien „in den seltensten Fällen unglückliche Umstände“, sondern meist Folge menschlichen Fehlverhaltens – vom Griff zum Handy über Alkohol bis zur Rücksichtslosigkeit. Besonders scharf verurteilte er illegale Autorennen und warnte, E Scooter seien „kein Spielzeug“, Kinder hätten darauf nichts verloren. Die Polizei setze verstärkt auf intensive Ermittlungen, etwa durch Unfallaufnahme-Teams und das Auslesen von Fahrzeug- und Handydaten, um Raser und Drogenfahrer zur Verantwortung zu ziehen.