Zweiwöchige Verhandlungen mit Teilnehmern aus 186 LändernUN-Konferenz in Bonn – Delegierte beraten über Klimaschutz und Milliardenhilfen

Die UN-Klimakonferenz in Bonn startet mit großen Erwartungen und bekannten Streitpunkten. Mehr als 6.500 Teilnehmer beraten über Klimaschutz, Finanzhilfen und den Umgang mit den Folgen der Erderwärmung. Gleichzeitig wächst die Kritik an den Kosten der Verhandlungen und an umstrittenen Annahmen der Klimaforschung.
UN-Klimakonferenz startet in Bonn
Mehr als 6.500 Delegierte aus 186 Ländern kommen seit Montag (08.06.) in Bonn zur UN-Klimakonferenz zusammen. Die Verhandlungen im Sitz des UN-Klimasekretariats dienen als Vorbereitung für die Weltklimakonferenz im November in Antalya. Dabei geht es unter anderem um Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung, die Anpassung an den Klimawandel und die Finanzierung von Klimaschutzprojekten weltweit. Die Konferenz dauert zwei Wochen.
Klimachef warnt nach Hitzewelle
UN-Klimachef Simon Stiell verwies vor Beginn der Konferenz auf die Hitzewelle in Westeuropa Ende Mai. Diese sei eine „brutale Erinnerung an die sich verschärfenden Auswirkungen der Klimakrise, sowohl in menschlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht“. Hauptursache seien die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas sowie die Abholzung von Wäldern. „Die Wissenschaft belegt eindeutig, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel dazu führt, dass diese Hitzewellen häufiger auftreten und immer extremer werden“, sagte Stiell.
Im Video: Interview mit Klimaforscher Hans von Storch
Kritik an Kosten und Klimamodellen
Kritiker bezweifeln dagegen den Nutzen großer Klimakonferenzen und verweisen auf hohe Kosten sowie aus ihrer Sicht zu geringe Fortschritte. Der Klimaforscher Hans von Storch sagte im Gespräch mit RTL WEST, viele Menschen in Deutschland nähmen Klimapolitik vor allem durch zusätzliche Regulierung, Abgaben und Belastungen wahr. Zudem kritisierte er das lange genutzte Klimaszenario „RCP 8.5“. Dieses sei aus seiner Sicht von Anfang an kein realistischer Entwicklungspfad gewesen. Die Verhandlungen in Bonn sollen nun die Grundlage für Beschlüsse bei der Weltklimakonferenz in Antalya schaffen.

































