Überfüllte Einrichtung für StubentigerTierheim schlägt Alarm – Katzen müssen in Düsseldorf in Käfigen im Flur sitzen
Knapp 300 Katzen, kleine Käfige im Flur, kaum noch Platz: Im Düsseldorfer Tierheim ist die Situation angespannt. Die Zahl der Katzen hat sich nach Angaben der Einrichtung in den vergangenen Jahren vervierfacht. Mit den Herbstferien könnte sich die Situation weiter verschärfen.
Katzenhaus platzt aus allen Nähten
Rund 300 Katzen leben im Düsseldorfer Tierheim. Weil die regulären Plätze nicht mehr ausreichen, müssen einige Tiere in kleinen Käfigen im Flur untergebracht werden. Ursprünglich waren die Boxen nur als Übergangslösung gedacht. Für einige Katzen sind sie inzwischen zum Dauerplatz geworden. „Katzen 24/7 in so einer Box zu halten, das geht gar nicht. Die möchten springen, die möchten toben“, sagt Tierheimleiterin Melanie Gordon. Ihr Team versucht deshalb, die Tiere möglichst schnell zu vermitteln.
Versorgung wird immer teurer
Mit der steigenden Zahl der Katzen wachsen auch die Kosten. Rund 23 Euro kostet die Versorgung einer Katze nach Angaben des Tierheims pro Tag. Darin enthalten sind unter anderem Futter, Einstreu und medizinische Versorgung. Auch für private Tierhalter sind die Kosten gestiegen. Seit 2022 gilt die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Zahlreiche tierärztliche Leistungen wurden dadurch neu kalkuliert. Für manche Besitzer wird die Versorgung ihrer Tiere damit zur finanziellen Belastung.
17 Katzen in Transportboxen ausgesetzt
Wie dramatisch die Situation sein kann, zeigt auch ein Fall aus dem Kreis Heinsberg. Dort wurden am Donnerstag (24.09.) 17 Katzen in Transportboxen gefunden. Sie wurden in einem Gebüsch abgestellt. Unter den Tieren waren auch wenige Wochen alte Jungkatzen. Wer dahinter steckt, ist noch unklar.
Kastrationspflicht gilt nicht überall
Damit sich Katzen nicht unkontrolliert vermehren, gibt es in vielen Städten in NRW eine Kastrationspflicht für Freigänger. Auch Düsseldorf hat eine entsprechende Regelung. Allerdings entscheiden die Kommunen selbst, ob sie eine Katzenschutzverordnung einführen. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes haben in NRW bislang 347 von 396 eine solche Regelung erlassen. Der Tierschutzbund fordert eine bundesweite Regelung dafür. Eine Kastrationspflicht könne dazu beitragen, die Zahl freilebender Katzen zu begrenzen und die Tierheime zu entlasten.

































