Debatte um die 12-Uhr-RegelTankstellenverband widerspricht ADAC bei Spritpreis-Regel

von Sebastian Reddig

Günstiger tanken – das wünschen sich wohl die meisten Autofahrer. Während die Bundesregierung aktuell über einen Tankrabatt berät, fordert der ADAC nun überraschend das Aus für eine andere Maßnahme: Die sogenannte 12-Uhr-Regel an Tankstellen soll wieder abgeschafft werden. Der Tankstellen-Interessenverband hält dagegen und fordert stattdessen andere Maßnahmen gegen steigende Spritpreise.

Spritpreise dürfen nur mittags steigen

Seit April dürfen Mineralölkonzerne die Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal am Tag erhöhen – um zwölf Uhr mittags. Senkungen sind dagegen jederzeit möglich. Die Regel sollte mehr Übersicht bei den Spritpreisen schaffen. Der ADAC zieht inzwischen allerdings eine kritische Bilanz.

ADAC kritisiert künstliche Preissprünge

Nach Ansicht des Automobilclubs führt die 12-Uhr-Regel zu künstlichen und unnötigen Preissprüngen. Außerdem seien die Preisunterschiede größer geworden. Ein weiteres Problem sieht der ADAC für Berufstätige: Wer vormittags arbeitet und erst später zur Tankstelle fahren kann, habe weniger Möglichkeiten, von günstigeren Preisen vor der Erhöhung um zwölf Uhr zu profitieren.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Tankstellenverband hält ADAC-Forderung für zu kurz gegriffen

Der Tankstellen-Interessenverband sieht die Forderung des ADAC kritisch. Pressesprecher Herbert Rabl betont im Gespräch mit RTL WEST, der Automobilclub greife zu kurz, wenn er lediglich die Abschaffung der 12-Uhr-Regel fordere. Verbraucher bräuchten weiterhin Sicherheit und Schutz vor stark steigenden Preisen. Der Verband fordert deshalb eine Spritpreiserhöhungsbremse und einen Spritpreisdeckel. Statt die bestehende Regel einfach wieder abzuschaffen, brauche es aus Sicht des Tankstellen-Interessenverbands Maßnahmen, die den Preisanstieg an den Zapfsäulen begrenzen.