Spritpreise auf RekordniveauTanken wird immer teurer! Super E5 kostet im Schnitt 2,34 Euro

von Emily Krämer und Niklas Bönsch

Autofahrer müssen an den Tankstellen immer tiefer in die Tasche greifen. Der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E5 ist am Montagmittag (14.09.) auf 2,34 Euro gestiegen. Auch Unternehmen und Landwirte in NRW spüren die hohen Kosten. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.

Hohe Spritpreise belasten Landwirte in NRW

Auch für Landwirt Leo Fetten aus Pulheim sind die gestiegenen Preise ein großes Problem. Eine Tankfüllung für seinen Traktor kostet ihn aktuell 600 bis 700 Euro. Die Mehrkosten könne er nicht einfach an seine Kunden weitergeben, weil Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte dadurch nicht automatisch teurer würden. Hinter den hohen Preisen steckt vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten. Die Straße von Hormus ist weiterhin faktisch blockiert, auch die Ausweichroute über das Rote Meer steht unter Druck. Nach einem Drohnenangriff ist zudem eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien außer Betrieb.

Verband warnt vor drei Euro für Diesel

Die Folgen sind inzwischen deutlich an den Zapfsäulen zu sehen. Im April hatte Super E5 im bundesweiten Durchschnitt mit 2,24 Euro pro Liter einen damaligen Höchststand erreicht. Nach zwischenzeitlich sinkenden Preisen kostete der Liter am Montagmittag (14.09.) im Schnitt schon 2,34 Euro. Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband hält sogar Dieselpreise von bis zu drei Euro pro Liter für möglich. Er kritisiert die Mineralölkonzerne und wirft ihnen vor, die Krise für höhere Gewinne zu nutzen. Gleichzeitig besteht mehr als die Hälfte des Spritpreises aus Steuern und Abgaben, darunter Energie- und Mehrwertsteuer sowie der CO₂-Preis.

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Wirtschaftsministerin schließt neuen Tankrabatt aus

Einige Autofahrer fordern deshalb Entlastungen durch niedrigere Steuern. Einen neuen Tankrabatt wie in früheren Krisenzeiten wird es vorerst aber nicht geben. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verweist auf fehlende finanzielle Spielräume und eine internationale Energiekrise. Im europäischen Vergleich gehört Deutschland derzeit zu den Ländern mit den höchsten Spritpreisen. Nur in Dänemark und den Niederlanden ist Benzin noch teurer. Auf Malta kostet ein Liter Benzin dagegen derzeit nur rund 1,34 Euro.