Teuer-Schock auf dem Volksfest Steigende Kosten! Müssen Kirmes-Schausteller ihre Preise bald anziehen?

von Emily Massenberg und Daria Semcov

Sonne, Lichter, lachende Kinder – die Osterkirmes in Bonn-Beuel ist für viele Familien ein Highlight. Doch hinter der fröhlichen Fassade wächst der Druck: Steigende Preise für Sprit machen den Schaustellern zu schaffen. Das könnte sich bald auch für die Besucher bemerkbar machen.

Gute Laune trotz hoher Preise

Gutes Wetter, volle Fahrgeschäfte und strahlende Gesichter: Für viele gehört die Kirmes fest zu Ostern dazu. Auch für eine Familie aus Bonn ist der Besuch in Beuel jedes Jahr ein Muss. „Ich mag die Stimmung, dass alles so fröhlich ist und die ganzen Farben“, sagt die junge Besucherin Amalia. „Und dass man so viel Spaß hat.“ Am Familientag gibt es zumindest eine kleine Entlastung: Fahrgeschäfte kosten nur die Hälfte. Gerade für Familien mit mehreren Kindern ein wichtiger Faktor. Günstig ist der Kirmesbesuch aber schon lange nicht mehr. Sechs Euro für ein Softeis, 6,50 Euro für Pommes – für viele summieren sich die Kosten schnell. „Gerade an so einem Tag ist es gut, dass man sparen kann“, sagt Besucherin Alicia Stein. „Dann können die Kinder öfter fahren.“ Doch selbst mit Rabatten bleibt der Tag für viele Familien eine finanzielle Herausforderung.

Schausteller unter Druck

Auch für die Schausteller selbst wird die Lage immer schwieriger. Seit Jahren kämpfen sie mit steigenden Strom- und Personalkosten. Jetzt kommt ein weiterer Faktor hinzu: die hohen Spritpreise. „Wir haben einen riesigen Fuhrpark“, erklärt Schausteller Horst Sonnier. „Zehn Fahrzeuge – da geht richtig viel Diesel durch.“ Da die Betriebe ständig von Stadt zu Stadt reisen, schlagen die Kosten besonders stark zu Buche.

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Hoffnung auf sinkende Spritpreise

Ein kleiner Hoffnungsschimmer kommt aus der internationalen Politik: Die beschlossene, zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran und die wieder geöffnete Straße von Hormus könnten die Lage am Ölmarkt entspannen. Doch Experten bremsen die Erwartungen. „Die Preise könnten leicht nachgeben“, sagt Politikwissenschaftler Klemens Fischer von der Uni Köln. „Aber ein Niveau wie vor dem Konflikt ist aktuell nicht absehbar.“ Der Grund: Die Unsicherheit bleibt – und damit auch das Risiko neuer Preissprünge.

Kirmes-Preise bleiben vorerst stabil

Trotz des steigenden Drucks wollen viele Schausteller ihre Preise nicht sofort erhöhen. Auch Horst Sonnier versucht, die Belastung nicht an die Besucher weiterzugeben. Für die Gäste in Bonn bedeutet das: Die gute Laune bleibt – zumindest vorerst.