Wüst lädt mehr als 1.500 Gäste in die Bundeshauptstadt einSommerfest der NRW-Landesvertretung in Berlin – feiert hier ein zukünftiger Kanzler?
Bier, Eis und eine Carrerabahn: das traditionelle Sommerfest der nordrhein-westfälischen Landesvertretung in Berlin hat in diesem Jahr einen besonderen Anlass: Nordrhein-Westfalen wird 80 Jahre alt. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) lud mehr als 1.500 Gäste aus Wirtschaft, Medien und Politik am Mittwoch (10.06.) zum Feiern ein und ließ dabei Gerüchte über eine mögliche Kanzlerkandidatur ins Leere laufen.
80 Jahre NRW – Feier mit Stimmung und Lorbeeren
„Man muss miteinander reden, man muss zusammenkommen – auch mal mit Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, auf ein Glas Bier und eine Bratwurst“, hatte Wüst kurz vor dem Fest im Interview mit RTL WEST angekündigt. Gesagt, getan: Die Stimmung auf dem Sommerfest war ausgelassen, der NRW-Ministerpräsident kassierte Lob von allen Seiten. Staatskanzleichef Nathanael Liminski (CDU) nannte ihn einen „ziemlich guten und launigen Gastgeber“. Ex-Landesvater Armin Laschet (ebenfalls CDU) bezeichnete das Fest als eines der schönsten Berliner Sommerfeste, nicht nur für Politiker, sondern für viele gesellschaftlich Aktive, die Wüst dort zusammenbringe. Auch Philipp Amthor (CDU) lobte den NRW-Regierungschef, als Gastgeber, aber vor allem als „richtig starken Politiker“.
Ruhe, Verlässlichkeit – und ein Seitenhieb in Richtung Berlin
RTL WEST Chef Jörg Zajonc, der Wüst seit dessen Amtsantritt 2021 durch unzählige Interviews begleitet hat, zeichnete ein klares Bild: Der NRW-Ministerpräsident regiere ruhig und zuverlässig, auch die Zusammenarbeit mit den Grünen im Westen funktioniere in einer Zeit, in der das bundesweit nicht selbstverständlich sei. Zajonc ergänzte: „Ich denke, auch in Berlin könnte er eine tolle Arbeit machen.“ Damit spricht er aus, was in der politischen Gerüchteküche längst köchelt.
Kanzler-Spekulationen und ein klares „Quatsch“
Wüst wird seit Längerem als möglicher Kanzlerkandidat gehandelt. Zuletzt machte das Gerücht die Runde, er könnte Kanzler Friedrich Merz ablösen. Wüst selbst kommentierte solche Spekulationen mit einem knappen „Quatsch“ und verwies darauf, dass er in NRW genug zu tun habe. Auch die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) wich einer klaren Antwort aus: „Fangfragen brauchen wir nicht zu stellen“, sagte sie, während sie Wüsts Vielseitigkeit lobte. Einer, der solche Debatten offen nervig findet, ist NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU): Es gehe gerade darum, den Menschen das Vertrauen in den Staat zurückzugeben. „Mich kotzt das an, dass wir solche Debatten jetzt führen“, so Reul.
Wahljahr 2027 – NRW wartet
Fans in den eigenen Reihen hat Wüst unterdessen reichlich. Hendrik Streeck (CDU, Drogenbeauftragter der Bundesregierung) nannte ihn einen der besten Politiker im Land: „Aus NRW kann man ihn eigentlich nicht hergeben“. CDU-Urgestein Elmar Brok sieht in ihm einen der besten Ministerpräsidenten, die Nordrhein-Westfalen je hatte. Doch egal wie laut die Lobgesänge aus der Hauptstadt klingen: Am 25. April 2027 wird in NRW gewählt. Bis dahin hat die aktuelle Landesregierung noch einiges vor. Ob Wüst danach erneut als Ministerpräsident ins Ziel geht – oder vielleicht doch einen anderen Weg einschlägt – bleibt vorerst offen.

































