79-Jähriger wegen Mordes vor GerichtProzess in Düsseldorf: Ehefrau mit Hammer erschlagen

von Rogatus Skanta

Ein 79-Jähriger muss sich seit Freitag (17.04.) vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten. Er hat zugegeben, im November vergangenen Jahres seine Ehefrau mit einem Schlosserhammer erschlagen zu haben. Danach wollte er sich selbst das Leben nehmen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor.

Proteste vor Landgericht

Noch bevor der Prozess begann, versammelten sich mehrere Frauen vor dem Landgericht Düsseldorf. Sie wollten ein Zeichen setzen und auf Femizide aufmerksam machen. Gleichzeitig forderen sie mehr Schutz und Unterstützung für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Im Gerichtssaal musste sich Kurt G. wegen Mordes an seiner Ehefrau verantworten. Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 8. November in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaars. Laut Anklage hatte sich die 77-Jährige am Abend schlafen gelegt. Dann schlug ihr Mann mit einem rund 1,5 Kilogramm schweren Schlosserhammer fünf- bis sechsmal auf ihren Kopf ein. Die 77-Jährige starb. Danach versuchte sich Kurt G. selbst umzubringen. Trotzdem wählte der 79-Jährige noch den Notruf - wurde gerettet und festgenommen.

Angeklagter ist geständig

Kurt G. räumte die Tat ein. Seine Erklärung: Es habe sich um einen geplanten Doppelsuizid gehandelt. Seine Ehefrau habe unter gesundheitlichen Problemen, Demenzerscheinungen und Depressionen gelitten und mehrfach geäußert, nicht mehr leben zu wolle. Die Staatsanwaltschaft widersprach dieser Darstellung. Sie geht davon aus, dass der Angeklagte die Wehrlosigkeit seiner schlafenden Frau bewusst ausgenutzt habe. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht dem 79-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Ein Urteil wird im Mai erwartet.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Du selbst betroffen bist oder Suizidgedanken hast: Du bist nicht allein. Hilfe bietet die TelefonSeelsorge – anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 0800 / 1110111, 0800 / 1110222 oder 116 123. Weitere Unterstützung gibt es online unter www.telefonseelsorge.de