Er soll junge Patientinnen missbraucht habenProzess gegen ehemaligen Chefarzt in Duisburg - Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Kinderpsychiater
Sie suchen Hilfe in einer psychiatrischen Klinik und vertrauen einem Mediziner. Doch ein ehemaliger Chefarzt in Duisburg soll genau das ausgenutzt und junge Patientinnen sexuell missbraucht haben. Am Dienstag (21.07.) hat der Prozess begonnen.
Vertrauen der Patientinnen soll gezielt ausgenutzt worden sein
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der ehemalige Chefarzt seine Stellung und das besondere Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen ausgenutzt haben. Der ehemalige Leiter einer Kinder- und Jugendpsychiatrie soll vier Patientinnen im Alter von 16 und 17 Jahren sexuell missbraucht und vergewaltigt haben.
Ermittler finden pornografische Aufnahme
Es geht um insgesamt 97 Fälle - von Mai 2019 bis Dezember 2024. Laut Anklage hat sich der 60-Jährige das Vertrauen seiner jungen Patientinnen über Gesprächstherapien erschlichen. Es ging offenbar gezielt um sexuelle Themen. Eine pornografische Aufnahme fanden Ermittler wohl später auf dem Handy des Mannes.
Klinik verschärft interne Standards
Die Klinik, für die der Angeklagte tätig war, zeigte sich betroffen und hatte nach eigenen Angaben direkt reagiert. Sie habe jetzt eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die mit Hilfe einer externen Expertin neue Standards zur Sensibilisierung der Mitarbeiter eingeführt hat. Zum Prozessauftakt wurde lediglich die Anklage verlesen. Mutmaßliche Opfer waren nicht anwesend.
Nebenklage fordert Berufsverbot
Die Anwältin der Nebenklage erwartet, dass der Angeklagte Verantwortung für sein Handeln übernimmt. Außerdem fordert sie neben einer Verurteilung auch ein dauerhaftes Berufsverbot, um weitere mögliche Opfer zu schützen.
Der Angeklagte hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sollte er unter anderem wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen werden, muss er mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen. Ein Urteil wird für Ende September erwartet.

































