Siebzehn Städte, ein großer TraumOlympische Spiele in NRW? Bürgerentscheid soll über Bewerbung von KölnRheinRuhr entscheiden
Siebzehn Städte an Rhein und Ruhr wollen gemeinsam die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele nach Nordrhein-Westfalen holen. Doch bevor sich die Region dem nationalen Wettbewerb mit München, Berlin und Hamburg stellt, müssen die Bürger vor Ort zustimmen. Am 19. April wird ausgezählt.
Köln als „Leading City“ im Zentrum der Bewerbung
Im Mittelpunkt der Olympia-Bewerbung steht Köln als sogenannte „Leading City“. Im Deutschen Sport und Olympia Museum werben Athleten und Trainer mit Olympia-Erfahrung für das Projekt. Sportbotschafterin Sonja Fuss betont, Olympische Spiele in der Region würden Vorbilder für eine ganze Generation schaffen. Auch Eishockey-Kapitän Moritz Müller von den Kölner Haien sieht die Chance, Köln auf der Weltbühne zu präsentieren: „Ich glaube, da gilt es, mutig zu sein und Köln die Bühne zu geben, die es verdient hat.“ Hockey-Torhüter Jean-Paul Danneberg vom KTHC Rot-Weiss ergänzt, die Region müsse diese Gelegenheit unbedingt wahrnehmen.
Wirtschaft formiert sich hinter der Bewerbung
Ende Januar hat sich die Wirtschaftsinitiative KölnRheinRuhr gegründet, um die Bewerbung zu unterstützen. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem die Koelnmesse, die REWE Group und RTL Deutschland. Initiiert wurde das Bündnis unter anderem von Stefan Löcher, Geschäftsführer der LANXESS arena. Sein Argument geht über den wirtschaftlichen Nutzen hinaus: „Die Strahlkraft hält ein Leben lang an. Diesen Nimbus wirst du dir immer erhalten, wenn du es geschickt machst.“ Ziel der Initiative ist ein klares „Ja“ beim Bürgerentscheid – für Spiele, die mehr hinterlassen als einen kurzen Schub.
Kritik: Kosten, Risiken und fehlende Transparenz
Die Bewerbung ist jedoch umstritten. Studien zeigen, dass Olympische Spiele oft kurzlebige wirtschaftliche Effekte bringen, hohe Kosten verursachen und den Wohnungsmarkt unter Druck setzen können. Linken-Politiker Attila Gümüs fordert, das Geld lieber in den Breitensport zu investieren, statt in ein mögliches „Luftschloss“. Die finanziellen Auswirkungen seien bislang nicht ausreichend durchgerechnet worden. Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester widerspricht dieser Einschätzung. Die Budgets seien kalkuliert, die Kosten lägen bei 4,8 Milliarden Euro und würden vollständig privat finanziert. Durch den Ticketverkauf rechne man sogar mit einem Gewinn.
Bürgerentscheid am 19. April
In den kommenden Wochen erhalten alle Wahlberechtigten in den siebzehn Bewerberkommunen die Unterlagen für den Bürgerentscheid per Briefwahl. Die Auszählung erfolgt am neunzehnten April. Erst dann zeigt sich, ob der Traum von Olympia in Nordrhein-Westfalen weiterlebt – und ob sich KölnRheinRuhr dem nationalen Wettbewerb um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 stellen darf.

































