Punkte statt ProzenteNeues SCHUFA-System: Zwölf Kriterien berechnen ab sofort Bonität

von Anne Tafferner

Die SCHUFA kennt fast jeder. Sie entscheidet mit darüber, ob wir einen Handyvertrag abschließen oder eine Wohnung mieten können. Jetzt legt die Auskunft erstmals genauer offen, wie ihr Score berechnet wird.

Weniger Kriterien, mehr Klarheit

Bisher sind 100 Kriterien in die Berechnung der Bonität eingeflossen. Jetzt sind es nur noch zwölf. Dazu zählen unter anderem Zahlungsstörungen, die Dauer bestehender Bankverbindungen und Kreditkarten. Auch die Darstellung ändert sich: Der Score wird nicht mehr in Prozenten, sondern als Punktzahl von 100 bis 999 angegeben. Je höher der Wert, desto besser die Kreditwürdigkeit.

Kaum Veränderungen – aber nicht für alle

Für die meisten Menschen soll sich durch das neue System laut SCHUFA wenig ändern. Rund neun Prozent profitieren sogar von einer besseren Bewertung. Für etwa acht Prozent fällt der Score hingegen schlechter aus. Kritik kommt von der Verbraucherzentrale: Vor allem junge Menschen könnten benachteiligt werden, da Faktoren wie lange Vertragslaufzeiten oder Immobilienkredite stärker ins Gewicht fallen.

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Score jetzt kostenlos abrufbar

Neu ist auch: Verbraucher können ihren SCHUFA-Score jetzt kostenlos einsehen. Wer aber zum Beispiel auf Wohnungssuche ist, muss für den Bonicheck rund 30 Euro zahlen. Alle drei Monate wird die Punktzahl aktualisiert. Voraussetzung ist eine Identitätsprüfung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die eigenen Daten regelmäßig zu kontrollieren, denn fehlerhafte Einträge können die Bonität negativ beeinflussen und sollten schnell korrigiert werden.