Ab 2028 sollen verpflichtende Kurse startenNeue ABC-Klassen in NRW geplant! Land will Vorschulkinder mit Sprachproblemen fördern

von Martin Breunig

Immer mehr Kinder starten mit Sprachdefiziten in die Schule. Deshalb plant die NRW-Landesregierung neue ABC-Klassen für Vorschulkinder. Wer bei einem Sprachtest auffällt, soll künftig verpflichtend gefördert werden.

Sprachtest für alle Kinder

Ab dem Schuljahr 2028/29 sollen in Nordrhein-Westfalen erstmals sogenannte ABC-Klassen eingeführt werden. Schon bei der Schulanmeldung werden dann alle Kinder auf ihre Sprachkenntnisse getestet. Zeigt sich dabei ein größerer Förderbedarf, müssen die Kinder ein Jahr lang an den neuen Vorschulkursen teilnehmen. Geplant sind zwei Termine pro Woche mit jeweils zwei Stunden Förderung. Nach Angaben des Schulministeriums verfügt rund ein Drittel eines Jahrgangs nicht über ausreichende Sprachkenntnisse, um dem Unterricht aktiv folgen zu können.

Kritik an den Plänen

Für NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) sind die ABC-Klassen notwendig. Das Land rechnet nach eigenen Angaben mit Kosten von rund 160 Millionen Euro. Ein Großteil davon entfällt auf die Fahrten der Kinder zwischen Kita und Förderort, das sind in der Regel Schulen. Kritik kommt von der Opposition und von Fachverbänden. Sie befürchten, dass die geplanten vier Stunden Förderung pro Woche nicht ausreichen. SPD-Politiker Jochen Ott sagt: „Das ist keine Lösung. Zweimal die Woche, zwei Stunden wird weder die Sprachprobleme lösen, geschweige denn die motorischen Probleme, die viele Kinder haben.“

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Förderung in Schule oder Kita

Die Landesregierung will die Verantwortung für die ABC-Klassen bei den Schulen ansiedeln. Geleitet werden sollen sie von Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften. Eine allgemeine Kita-Pflicht schließt NRW-Schulministerin Feller aus. Dafür gebe es verfassungsrechtliche Bedenken. Das Gesetz könnte noch im Juli vom Landtag beschlossen werden. Die ersten ABC-Klassen sollen dann zum Schuljahr 2028/29 starten.