Kinderfüße wachsen schnell – alle paar Wochen passen die Schuhe nicht mehrMitwachsende Kinderschuhe – Kölner Start-Up geht an den Markt

von Stefan Efferth

Kinderärzte und Orthopäden schlagen seit Jahren Alarm: Ein Großteil der Kinder läuft in zu kleinen, zu engen oder zu steifen Schuhen – mit Folgen, die von schmerzenden Zehen bis zu dauerhaften Fehlstellungen reichen. Genau an diesem Punkt setzt das Kölner Start-Up „sizeless“ an. Es geht derzeit mit einem mitwachsenden Kinderschuh an den Markt und wird dabei vom Kölner Gründungsverbund „Gateway“ unterstützt wird.

Wenn der Schuh drückt – und die Füße nachgeben

Orthopäden weisen darauf hin, dass Kinderfüße weich, formbar und damit besonders anfällig für Druck und Einengung sind: Zu kleine Schuhe begünstigen Fehlstellungen wie krumme Großzehen, Hammerzehen oder einen beginnenden Hallux valgus und können die Statik bis in Knie, Hüfte und Rücken hinein beeinträchtigen. Studien und Verbandsinformationen zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Kinder im Alltag in zu kurzen Schuhen unterwegs ist – oft, ohne sich über Schmerzen zu beschweren, weil sie den Druck schlechter wahrnehmen als Erwachsene. Fachleute empfehlen deshalb, zwischen längstem Zeh und Schuhspitze etwa zwölf bis 15 Millimeter Platz zu lassen. Außerdem sollen die Füße alle acht bis zwölf Wochen neu vermessen werden und Kinder möglichst häufig barfuß oder nur in rutschfesten Socken laufen, damit sich Muskulatur und Gangbild natürlich entwickeln können. Für viele Familien bleibt das trotzdem ein logistischer und finanzieller Dauerbrenner: Kinderfüße wachsen rasant, Schuhe dagegen nicht – neue Paare sind oft schon nach wenigen Monaten wieder zu klein.

Ein Schuh, der mitwächst

Genau dieses Problem wollen drei Gründer aus Köln mit „sizeless“ lösen: Ihr Kinderschuh ist größenverstellbar und soll über mehrere Schuhgrößen hinweg passen, indem sich Länge und teilweise auch Breite an den Fuß anpassen lassen. Nach Angaben des Start-Ups steckt hinter dem Konzept ein patentierter Mechanismus, der dafür sorgt, dass sich der Schuh an den wachsenden Fuß anschmiegt – und nicht umgekehrt der Fuß an ein starres Größenraster angepasst werden muss. Die Idee entstand zunächst als Entwicklungsprojekt mit einem etablierten Laufschuhhersteller; gemeinsam mit Familien und Biomechanik-Expertinnen wurden zahlreiche Prototypen gebaut, getestet und überarbeitet, bevor nun eine erste Kollektion an den Start geht. Mit einer Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter will „sizeless“ die Produktion der ersten Serie finanzieren und gleichzeitig testen, wie groß das Interesse an einem mitwachsenden Kinderschuh tatsächlich ist.

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Kölns Gründungsökosystem als Sprungbrett

Unterstützt wird das junge Unternehmen von „Gateway“, dem hochschulübergreifenden Gründungsverbund der Kölner Hochschulen, der Studenten, Alumni und Forscher auf dem Weg von der Idee zum Start-Up begleitet. „Gateway“ bietet Teams wie „sizeless“ kostenlose Beratung, Coaching zu Geschäftsmodellen und Fördermitteln, Inkubator-Programme sowie Zugang zu Arbeitsplätzen und einem gewachsenen Netzwerk im Kölner Start-up-Ökosystem. Der Verbund schafft die Infrastruktur, in der aus studentischen Projekten marktfähige Produkte entstehen können – im Fall von „sizeless“ ein Kinderschuh, der nicht nur mitwächst, sondern auch ein alltägliches orthopädisches Problem adressieren soll.