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Orthopädie

Die Orthopädie befasst sich mit dem menschlichen Stütz- und Bewegungsapparat. Fehlbildungen und akute wie chronische Erkrankungen sind hier recht häufig.

Orthopädie picture alliance / Bildagentur-online/Blend Images | Blend Images/Erik Isakson

Der Begriff "Orthopädie" stammt aus dem Altgriechischem und bedeutet so viel wie "Lehre vom aufrechten Kind". Diese medizinische Fachrichtung befasst sich mit der Behandlung angeborener Fehlbildungen, chronischer Erkrankungen und mit Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Hierfür stellt der Orthopäde eine Diagnose und es werden daraufhin Möglichkeiten der Therapie oder Rehabilitation geprüft.

Die Geschichte der Orthopädie

Obwohl es deformierte Gelenke schon zur Zeit des Hippokrates gab, kam der Begriff Orthopädie erst im Jahr 1741 auf, und zwar mit dem bedeutenden Werk "Orthopaedia", geschrieben von dem französischen Kinderarzt Nicolas Andry. Für ihn war ein Orthopäde ein Gärtner, der sich mit einem krummen kleinen Baum befasst und diesen an einem kräftigen Pfahl befestigt, um ihn zu stützen. Die moderne Orthopädie existiert seit 1816. Um die operative Orthopädie kümmerten sich meist die Chirurgen, während sich die sogenannte klassische Orthopädie aus der konservativen Behandlung entwickelte, beispielsweise von verletzten Kriegsheimkehrern und Tuberkulose-Patienten.

Die Orthopädie ist ein weites Feld

Orthopäden befassen sich mit einem recht weiten Feld an Erkrankungen, Verschleißerscheinungen und Fehlbildungen. Angeborene Abweichungen werden genauso häufig behandelt wie Arthrosen, die durch Verschleiß entstehen, und Arthritis. Bevor es zur Operation kommt, wird erst einmal konservativ behandelt. Heute werden auch häufig Deformitäten an den Füßen operiert, zum Beispiel der Hallux valgus. Unter Rehabilitation fallen Querschnittslähmungen, die durch Unfälle verursacht werden. Auch in der Sozialmedizin ist die Orthopädie wichtig. Denn Anträge auf Erwerbsunfähigkeit gehen in großer Zahl auf Beschwerden mit Gelenken oder Bandscheiben zurück. Hier müssen ausführliche Gutachten von Orthopäden erstellt werden. Erkrankungen der Wirbelsäule sind generell ein weit vertretenes Gebiet für Orthopäden. Es gibt immer mehr Betroffene. Die Kinderorthopädie ist ein weiterer Bereich. Immer wird nach der Anamnese eine Diagnose erstellt und danach folgen differenzierte Untersuchungen, unter anderem durch Röntgenbilder, Computertomografie oder Sonografie. Manchmal wird der Patient dann auch an einen anderen Facharzt verwiesen. Orthopäden selbst behandeln zum Beispiel mit Injektionen, physikalischer Therapie, elektrischer Nervenstimulation, der Verschreibung von Medikamenten bzw. Salben und auch Physiotherapie.