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Kindheit in der Hocke: Ester (13) aus Angola steht nach Operation zum ersten Mal aufrecht

Das erste Mal aufrecht stehen!

Ein Leben in der Hocke: Deutsche Ärzte sind Esters (13) große Hoffnung!

Deutsche Ärzte geben Ester (13) aus Angola Hoffnung! Leben in der Hocke
04:58 min
Leben in der Hocke
Deutsche Ärzte geben Ester (13) aus Angola Hoffnung!

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Mit anderen Kindern um die Wette laufen, völlig befreit durch die Natur springen – auf all diese alltäglichen Dinge musste Ester bis jetzt schmerzlich verzichten: Die 13-Jährige leidet an einer Wachstumsstörung, ihre Knie haben eine extreme Fehlstellung. Wie das tapfere Mädchen aus Angola dem Leben in der Hocke jetzt entkommen ist – im Video!

Kindheit aus der Hock-Perspektive

„Ich möchte Journalismus studieren und einfach sein können, wer ich bin“, verrät uns Ester (13) im RTL-Interview. Ihre Wünsche scheinen so alltäglich und realistisch – für das Mädchen aus Angola aber waren sie ganz lange in weiter Ferne: Seit Geburt leidet Ester an einer ausgeprägten Fehlstellung der Kniegelenke, die Folge einer Wachstumsstörung. Schon immer erlebt das Mädchen den Alltag aus der Hock-Perspektive.

„In Angola ist es nach wie vor noch so, dass gerade für die Armen – und das ist der Großteil der Bevölkerung - die medizinische Versorgung so gut wie gar nicht gegeben ist. Oder sehr spärlich,“ erklärt Claudia Peppmüller, Mitarbeiterin im Friedensdorf Oberhausen: Die Organisation kümmert sich seit 50 Jahren um verletzte und kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten und bringt sie nach Deutschland.

Friedensdorf International - Hilfe für Kinder aus Krisengebieten

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"Sehr außergewöhnliche Operation" für Ester

Und so landet auch Ester in Deutschland, genauer gesagt in Oberhausen. Ein Team des Friedensdorf International hat die 13-Jährige aus Angola geholt, nachdem sie auf der Liste der Organisation für medizinisch hilfsbedürftige Kinder gelandet war. Im Friedensdorf Oberhausen begegnen der Teenagerin viele Kinder mit ähnlichen Schicksalen. Diese und die Hoffnung, durch die bevorstehende Operation in der Orthopädischen Fachklinik Kassel stehen, wenn nicht sogar laufen zu können, geben Ester Kraft in einem völlig fremden Land ohne Familie und Freunde.

Esters Behandlung ist kostenfrei, viele Mediziner befassen sich ehrenamtlich mit ihrem komplizierten Fall: „Das ist auch eine sehr außergewöhnliche Operation, bei der man viel Ruhe braucht. Und um den normalen Ablauf nicht zu stören haben wir gesagt, wir machen das an einem Wochenende und hatten dann ein Team von Leuten, die das dann gemacht haben in ihrer Freizeit“, erklärt Cordula Röhm, Oberärztin der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel.

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Schock nach der OP: "Ich habe erstmal nur geweint"

Doch dann der Schock: Nach der OP wacht Ester auf und entdeckt die zwei Metallstützen an ihren Beinen: „Als ich die Fixateure an meinen Beinen gesehen habe, habe ich geweint. Erst mal nur geweint“, gesteht die 13-Jährige im RTL-Interview. Doch die anderen Kinder und die Mitarbeiter im Friedensdorf machen Ester Mut: „Weißt du was jetzt wichtig ist? Dass du jetzt laufen lernst mit den Fixateuren. Du darfst jetzt richtig drauftreten!“ Katrin Huskamp, Leiterin der Reha im Friedensdorf, übt mit Ester jeden Tag – und lässt sie wieder hoffen: „Das ist sehr schön, dass ich hier Freunde gefunden habe. Ich bin sehr froh nicht alleine zu sein. Meine Freunde helfen mir dabei, mein Heimweh zu verarbeiten.“

Ester steht auf eigenen Beinen

Esther (13) aus Angola steht das erste Mal aufrecht auf den eigenen Beinen!
Esther (13) aus Angola steht das erste Mal aufrecht auf den eigenen Beinen!
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Allzu lange muss Ester nicht mehr auf ihre Heimat und Familie verzichten: Bis jetzt gab es keine Komplikationen nach der OP, in ein paar Tagen werden die Fixateure entfernt – UND Ester kann inzwischen aufrecht auf ihren eigenen Beinen stehen! Eine gute Voraussetzung für die Erfüllung ihrer Zukunftspläne und ein Mutmacher für alle betroffenen Kinder! (rle/gmö)