Der Thymus entscheidet, wie gesund ihr bleibtDas „vergessene Organ” – Forscher entdecken, dass es über unser Alter bestimmt

Ärzte dachten, der Thymus sei für Erwachsene unwichtig!
Aber eine neue Studie legt jetzt nahe, dass dieses kleine, lappenförmige Organ darüber entscheiden kann, ob Krebs-Therapien bei uns anschlagen und ob wir gesund alt werden dürfen.
Der Thymus - das „vergessene Organ”
Da meinen wir, dass Wissenschaftler unseren Körper doch inzwischen ziemlich gut kennen sollten - und dann das. Forscher des Mass General Brigham, einer Medizin-Einrichtung, die zur Harvard-Uni gehört, haben sich diesen kleinen Doppellappen noch einmal genauer angeschaut und Erstaunliches herausgefunden. Eigentlich dachten Mediziner nämlich, dass der Thymus in unserer Brust nur bei Kindern aktiv ist und den weißen Blutkörperchen beibringt, wie sie Infekte bekämpfen.
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„Der Thymus wurde jahrzehntelang vernachlässigt und könnte ein fehlendes Puzzleteil sein, um zu erklären, warum Menschen unterschiedlich altern und warum Krebsbehandlungen bei manchen Patienten versagen“, erklärt nun Hugo Aerts, einer der Autoren der Studien.
Die Daten von mehr als 25.000 Patienten haben nämlich ergeben, dass Menschen mit einem gut funktionierenden Thymus ein 63 Prozent niedrigeres Risiko haben, an Herzkrankheiten zu sterben, um 36 Prozent seltener an Lungenkrebs zu erkranken und ihr Sterberisiko für die kommenden Jahre glatt halbieren. Besonders wichtig allerdings war folgende Erkenntnis: Wer einen gesunden Thymus hat, bei dem schlagen Krebs-Therapien erheblich besser an. Die Überlebenswahrscheinlichkeit steigt um bis zu 44 Prozent.
Der Thymus ist unser Trainingscamp
Doch woran liegt das? Ganz vereinfacht gesagt haben die Wissenschaftler entdeckt, dass der Thymus auch nicht aufhört, das Immunsystem zu trainieren, wenn wir erwachsen sind. In ihm werden die weißen Blutkörperchen wie in einem Bootcamp ganz speziell auf bestimmte Viren und Bakterien vorbereitet. Haben sie dieses Camp erfolgreich absolviert, ist der Körper besser gewappnet. Und das hilft auch enorm bei Krebs-Therapien.
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„Ein besseres Verständnis und eine bessere Überwachung der Thymusgesundheit könnten Ärzten letztendlich helfen, das Krankheitsrisiko besser einzuschätzen und Behandlungsentscheidungen gezielter zu treffen“, sagt Studienautor Aerts. Und was raten die Wissenschaftler uns, um den Thymus möglichst gesund zu halten? Wir sollen auf keinen Fall rauchen und wir sollen auf unsere Ernährung achten. Denn Übergewicht ist der Feind des Thymus. Wir können ihm also selbst helfen, uns zu helfen! (tbe)
Verwendete Quellen: Mass General Brigham, Nature


