Sind ausgerechnet die Krisen schuld?Neues Glücksranking – Deutschland klettert überraschend noch oben

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So happy waren wir lange nicht mehr
picture alliance / imageBROKER | Unai Huizi

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Die Deutschen werden wieder glücklicher. Eine weltweit durchgeführte Studie kommt zu diesem überraschenden Ergebnis. Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir ordentlich in der Rangfolge der glücklichsten Länder gestiegen. Woran das liegt - und warum ausgerechnet die junge Generation da nicht mitmacht, lest ihr hier.

Was uns besonders glücklich macht

Wer sind in diesem Jahr die glücklichsten Menschen der Welt? Klar - die Finnen. Wieder einmal. „Sie sind offensichtlich sehr zufrieden und dankbar für alles, was sie haben, und sie nehmen sich selbst in dieser Hinsicht nicht allzu ernst,” erklärt Jan-Emmanuel De Neve, Oxford-Professor und einer der Autoren des diesjährigen Weltglücksberichts. Wir Deutschen sind davon ein gutes Stück entfernt. Typisch deutsch eben fragen wir immer, warum es nicht noch besser ist, meint De Neve.

Lese-Tipp: Stellt euch diese Fragen und ihr wisst, wie glücklich ihr seid!

Diese Frage scheint etwas leiser geworden zu sein. Ausgerechnet jetzt, wo uns so viele Krisen von allen Seiten in die Mangel nehmen. Oder vielleicht gerade deshalb? Im World Happiness Report, der insgesamt 147 Länder auflistet, landet Deutschland nun immerhin auf Platz 17. Im Jahr davor war es noch Platz 22. Wir sind damit klar glücklicher als die USA (23), Großbritannien (29) und Frankreich (35).
Eine zweite Glücks-Studie des Ipsos-Instituts, die ebenfalls heute veröffentlicht wurde, listet auf, was uns besonders glücklich macht: das Gefühl, von anderen geschätzt zu werden, die Familie und unsere Gesundheit. Wir schauen offenbar wieder mehr auf uns und lernen, in der Krise zu sehen, was wirklich wichtig ist. Ost und West sind in dieser Hinsicht kaum noch zu unterscheiden. Nur die eigene finanzielle Situation schlägt uns auf den Magen.

Social Media macht die Jüngeren unglücklich

Aber noch etwas hat der Weltglücksreport herausgefunden: Die jungen Menschen im Westen werden unglücklicher. „Vor zwei Jahren haben wir einen massiven Rückgang des Wohlbefindens junger Menschen in der westlichen Welt und insbesondere in der englischsprachigen Welt festgestellt”, erklärt De Neve. Und dieser Trend hält an. Ein Grund dafür, wenn auch nicht der einzige, ist Social Media. Offenbar tragen die Vorbilder, die dort zu sehen sind, nicht gerade zum Selbstwertgefühl des Einzelnen bei. Dazu kommt bei vielen im Westen die Angst, in dieser Welt keinen guten Arbeitsplatz mehr zu finden.

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Aber die deutschen Jugendlichen sind da global in guter Gesellschaft. Und auch sie dürften spüren, dass sich die Stimmung um sie herum ein bisschen aufgehellt hat. Auch, weil das Zwischenmenschliche den Deutschen wohl wieder wichtiger wird. Oder wie es Robert Grimm, einer der Leiter der deutschen Ipsos-Studie sagt: „Es mag wie ein kitschiger Appell klingen, ist im Alltag aber wirksam: Ein kleines ‚Danke‘ hier und da kann spürbar dazu beitragen, wie wir uns fühlen, und so manche Pflicht leichter machen.” (tbe)

Verwendete Quellen: World Happiness Report , IpsosGlücksreport, dpa