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"Still-Rheuma" bei AWZ-Star Franziska Van Der Heide: Was Neu-Mamas wissen müssen

Was neue Mütter wissen müssen

"Still-Rheuma" nach Geburt: AWZ-Star Franziska Van Der Heide klagt über heftige Schmerzen

Die damals noch schwangere Franziska van der Heide bei der Verleihung des 4. Iconista Award 2021
"Alles was zählt"-Star Franziska van der Heide ist im Dezember Mutter einer kleinen Tochter geworden.
Future Image, Imago Entertainment

AWZ-Star Franziska Van Der Heide ist Anfang Dezember zum ersten Mal Mama geworden . Jetzt sucht die Schauspielerin Rat bei der Instagram-Gemeinde: In ihrer Story klagt die stillende Mama einer kleinen Tochter über heftige Schmerzen in den Handgelenken. Und die vielen Reaktionen auf ihre Anfrage zeigen: Damit ist sie nicht allein. Die Vermutung: Hinter Franziska Van Der Heides schmerzenden Handgelenken könnte das sogenannte "Still-Rheuma" stecken. Was es damit auf sich hat und was neue Mütter wissen sollten, hat uns der Orthopäde Dr. med. Alexander Hardung verraten.

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Still-Rheuma bei Neu-Mamas: Das sind die Symptome

Bei den im Volksmund als Still-Rheuma bezeichneten Symptomen handle es sich zwar im engeren Sinne nicht um eine klar definierte Krankheit, dennoch komme die Symptomatik bei Neu-Müttern nicht selten vor, sagt Dr. Hardung im Gespräch mit RTL.

"Das Wort Rheuma kommt in dem Zusammenhang vor, weil es tatsächlich Gelenkbeschwerden sind und auch Sehnenschmerzen, die diese neuen Mütter häufig zuvor nie hatten." Wie bei anderen rheumatischen Erkrankungen treten auch die Schmerzen beim Still-Rheuma oft "symmetrisch" auf, erklärt der Kölner Orthopäde weiter. Das heißt: an beiden Knien, beiden Sprunggelenken oder beiden Achillessehnen und so weiter. "Das Still-Rheuma ist aber vom Prinzip kein entzündliches Rheuma , sodass ich typischerweise in Laborwerten keine Entzündungswerte sehe."

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Unschöner Nebeneffekt eines "genialen" Vorgangs: So entsteht Still-Rheuma

Auch wenn die Schmerzen in Gelenken für stillende Mütter natürlich kein Grund zur Freude sind – die Erkrankung begründe sich auf einem „genialen“ Mechanismus, den die Natur extra für werdende und neue Mütter eingerichtet habe, so Dr. Hardung. „Wenn eine Frau ein Kind zur Welt bringt, entstehen Milchbildungshormone. Diese Hormone bereiten den Körper auf die Produktion der ernährenden Milch vor, führen aber auch dazu, dass andere Hormone davon wiederum beeinflusst werden.“ Bei stillenden Müttern führe der Abfall Progesteron -Spiegels zum Beispiel dazu, dass der Zyklus während des Stillens unterbrochen werde .

Dass Frauen durch die Geburt bedingt eine sehr hohe Elastizität und Instabilität der Gelenke haben, sei „ein Nebeneffekt der Genialität dieses Vorgangs“, erklärt der Facharzt. Dadurch könne es leicht zu Überdehnungen kommen, die wiederum Schmerzen auslösen.

Die gute Nachricht für alle Still-Rheuma-Geplagten: „Das endet in der Regel, wenn das Stillen endet . Dann normalisiert sich dieser Umbauprozess des Gewebes, weil die Hormone wieder ihren gewohnten Gang machen“, beruhigt Dr. Hardung. „Die Stabilität, die vorher weg war, ist dann plötzlich wieder da.“

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Behandlung von Still-Rheuma: Tipps vom Orthopäden

Frauen, die nach der Geburt unter Schmerzen in den Gelenken leiden, rät der Orthopäde, sich über eventuelle Auslöser im Alltag bewusst zu werden, um diese im besten Falle so anzupassen, dass eine Gelenkschonung möglich wird. Als Beispiel: Treten die Schmerzen besonders stark beim Tragen des Babys auf, könne es ratsam sein, es mithilfe von Tragetüchern näher am Körper zu tragen, „sodass die Belastung physiologischer ist“. Auch das Schieben des Kinderwagens sowie bestimmte Schlafpositionen könnten zur Überbelastung des Gewebes beitragen, gibt Dr. Hardung zu bedenken.

Entspannungsbäder sowie Bandagen mit Kinesio-Tapes an Knien und Co. könnten zusätzlich dabei helfen, das Bindegewebe zu schonen und Schmerzen zu lindern, empfiehlt der Arzt. Eine gesunde, ausgewogene Ernährungsweise sorge weiterhin dafür, dass der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werde, die ihn bei der Heilung unterstützen.

Werden die Schmerzen zur großen Belastung, lohne sich auch ein Besuch beim Arzt, um über weitere Behandlungsmöglichkeiten zu reden. (dhe)