Sorge nahe Monschau bleibt großWaldbrand am Hohen Venn: Anwohner in Kalterherberg evakuiert
Zwischen Bangen und Erleichterung: Während sich der wohl größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens im Hürtgenwald zunehmend unter Kontrolle ist, mussten in Kalterherberg bei Monschau am Sonntagabend (16.08.) Menschen ihre Häuser verlassen. Grund ist der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn.
30 Menschen müssen ihre Häuser verlassen
Teile des Monschauer Stadtteils Kalterherberg wurden gestern Abend von Polizei und Feuerwehr evakuiert, insgesamt mussten 30 Menschen ihre Häuser verlassen. Grund für die Entscheidung der Behörden war die Sorge vor zu starker Rauchbelastung, da das Feuer zwischenzeitlich auf rund 300 Meter an die deutsche Grenze heranrückte. Anwohnerin Manuela Vormstein beschreibt, wie nah das Feuer von ihrem Haus aus sichtbar war und dass an Schlaf kaum zu denken sei. Auch Luzia Klinkers berichtet von starker Rauchentwicklung und großer Angst um Haus und Leben. Monschaus Bürgermeisterin Carmen Krämer wünschte den betroffenen Familien Kraft und versicherte, dass sie informiert werden, sobald eine Rückkehr möglich ist.
Entspannung im Hürtgenwald
Beim Waldbrand im Hürtgenwald mussten bereits in der Nacht auf Freitag (14.08.) knapp 2.000 Anwohner ihre Häuser verlassen. Am Wochenende waren neben Feuerwehr und Bundeswehr auch Landwirte im Einsatz, die unter anderem Wasser für die Einsatzkräfte transportierten. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und seine Stellvertreterin Mona Neubaur machten sich am Samstag (15.08.) ein Bild von der Lage. Wüst wertete den Waldbrand als Beleg dafür, wie wichtig der Kampf gegen den Klimawandel sei und verwies darauf, dass ein Feuer dieser Größenordnung zwar neu sei, Extremwetterlagen aber nicht. Dabei ist die Brandursache weiterhin unklar. NRW-Innenminister Herbert Reul äußerte jedoch bereits eine deutliche Vermutung: Vermutlich habe ein Unachtsamer das Feuer verursacht, etwa durch weggeworfene Gegenstände. Ein Verhalten, das er als verantwortungslos bezeichnete. Am Samstagabend (15.08.) durften alle Bewohner Hürtgenwalds in ihre Häuser zurückkehren. Der Kreis Düren meldet inzwischen, die Lage sei unter Kontrolle, offene Flammen gebe es keine mehr, lediglich noch zahlreiche Glutnester.
Feuer im Torfboden schwer zu löschen
In der Nähe von Monschau stellt sich die Situation weiterhin anders dar. Seit Freitagnachmittag (14.08.) brennt das belgische Naturschutzgebiet Hohes Venn auf einer Fläche, die etwa 4.000 Fußballfeldern entspricht. Das Gebiet ist eine Hochmoorlandschaft, in der das Feuer vor allem tief im Torfboden brennt. Glutnester können sich dort meterweit unter der Oberfläche ausbreiten, oft unsichtbar. Auch der Regen von Montag (17.08.) ändert daran nur wenig, wie Yves Pieper, Leiter des Forstamts Verviers, erklärt, dass wesentlich größere Wassermengen nötig seien, um das Feuer zu löschen. Die Lage in Belgien ist inzwischen so ernst, dass auch König Philippe am Montag (17.08.) die betroffenen Gebiete besucht hat. Immerhin gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: Aktuell rückt das Feuer nicht weiter in Richtung Monschau vor. Trotzdem bleibt das Bangen bei den Bewohnern der Grenzregion groß.































































