25-Jähriger wegen Mordes verurteiltLebenslang für Raser von Remscheid – Hanna (†19) starb nach schwerem Crash

von Valerio Magno und Daria Semcov

Der Gerichtssaal war voll besetzt, die Stimmung bedrückt. Freunde, Nachbarn und Angehörige warteten am Donnerstag (07.05.) im Landgericht Wuppertal auf das Urteil gegen Burak A. Der 25-Jährige hat gestanden, mit seinem Wagen die 19-jährige Hanna tödlich erfasst zu haben. Jetzt fiel die Entscheidung: lebenslange Haft wegen Mordes.

Eine Nacht, die alles verändert hat

Es war der 30. April 2025 – Tanz in den Mai. Hanna und ihre 17-jährige Freundin Noelle feierten bei der Freiwilligen Feuerwehr in Remscheid. Auf dem Heimweg kam es zum folgenschweren Unfall. Burak A. verlor mit seinem 640-PS-Wagen die Kontrolle. Laut Zeugen soll er zuvor mit riskanten Fahrmanövern angegeben haben. Das Auto erfasste die beiden jungen Frauen mit hoher Geschwindigkeit am Fahrbahnrand. Hanna starb zwei Tage später im Krankenhaus. Ihre Freundin überlebte schwer verletzt. Der Fahrer hatte laut Ermittlungen rund 1,5 Promille Alkohol im Blut.

Freunde der Familie kämpfen mit der Fassung

Freunde und Bekannte der Familie kamen zur Urteilsverkündung. „Ich finde ehrlich gesagt keine richtigen Worte dafür“, sagt Familienfreund Winfried. „Dass so etwas aus dem Nichts passieren kann, ist einfach schrecklich.“ Für ihn zeigt die Anteilnahme im Gerichtssaal, wie groß die Lücke ist, die Hannas Tod hinterlassen hat.

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Gericht spricht von Mord

Das Landgericht Wuppertal folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Richter verurteilten den 25-Jährigen wegen Mordes, versuchten Mordes und eines illegalen Autorennens zu lebenslanger Haft. Für das Gericht steht fest: Der Angeklagte nahm den Tod von Fußgängern zumindest billigend in Kauf. „Er hat sich bewusst für gefährliche Fahrmanöver am Fahrbahnrand entschieden“, erklärt Gerichtssprecherin Katharina Keil.

Angeklagter zeigt sich geschockt

Als das Urteil fiel, reagierte Burak A. sichtbar erschüttert. Im Gerichtssaal hielt er sich die Hände vors Gesicht und atmete tief durch. Mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe hatte er offenbar nicht gerechnet. Seine Verteidigung kündigte noch am selben Tag an, gegen das Urteil Revision einzulegen.