Unbekannte brachen rund 3.000 Schließfächer einer Sparkasse aufDemonstration nach Millionencoup in Gelsenkirchen
Im vergangenen Dezember brachen Täter in eine Sparkasse in Gelsenkirchen ein. Sie räumten rund 3.000 Schließfächer aus, stahlen Bargeld, Gold, Schmuck und persönliche Wertgegenstände im Wert von 30 bis 90 Millionen Euro. Viele Kunden kämpfen seitdem um Entschädigung und Aufklärung.
Hunderte Demonstranten
Rund 350 Betroffene kamen am Donnerstag (07.05.) auf dem Marktplatz vor der Filiale zusammen. Sie sind sauer, wollen Aufklärung und einige fordern den Rücktritt des Gelsenkirchener Sparkassen Vorstandes.
Prozesse beginnen im Juni
Auch Joachim Wagner war dabei. Der 63-Jährige hatte ein Schließfach in der Filiale. Darin lagen Gold und Erbstücke seiner Eltern. Das eine ist der materielle Verlust von rund 50.000 Euro. Aber Joachim Wagner erklärte, dass er auch um die persönlichen Erinnerungen trauert. Er demonstrierte, weil er sich von der Sparkasse Gelsenkirchen sonst nicht gehört gefühlt hat. Im Juni 2026 beginnt sein Prozess gegen die Sparkasse.
Versicherungen griffen ein
Die Schließfächer sind von der Sparkasse für maximal 10.300 Euro versichert. Das ist aber nicht genug, findet Daniel Kuhlmann. Er ist der Anwalt von Joachim Wagner. Sein Ziel ist voller Schadensersatz, denn die Sparkasse sei für die Haftung verantwortlich und habe die Schließfächer nicht ausreichend gesichert. Insgesamt vertritt er 650 Betroffene. Im März bekamen elf seiner Mandanten Schadensersatz. Insgesamt 250.000 Euro. Gedeckt hat das die Verluste nicht und das Geld kam auch nicht von der Sparkasse, sondern von den Versicherungen der Bankkunden.
Erste Beweisaufnahme abgeschlossen
Die Polizei stellte bei ihren Ermittlungen rund 50.000 Gegenstände sicher. Sie wurden bei dem Raub im Tresorraum liegen gelassen. Ab Freitag (08.05.) sollen die Kunden diese zurückbekommen können. Von der Sparkasse hat niemand Zeit für ein Interview. In einer Pressemitteilung vom Dienstag (05.05.) heißt es: „Wir nehmen die geäußerte Kritik und die Demonstration sehr ernst. Gleichzeitig ist es uns wichtig, im direkten Austausch zu bleiben und individuelle Anliegen aufzunehmen.“ Auch zur Kundgebung erschien kein Vertreter der Sparkasse. Bis zum Prozessauftakt in fünf Wochen hofft Joachim Wagner noch auf Antworten, wie es für ihn und sein verlorenes Vermögen weitergeht.

































