Reime und gekreuzte KlingenEin Hauch Mittelalter: Ritterspiele in Wuppertal
In Wuppertal geht es einmal pro Woche zurück ins Mittelalter. Bei der „Schlaraffia Elberfeldensis“ schlüpfen Männer in Ritterrollen, tragen bunte Gewänder und pflegen ihre ganz eigenen Traditionen. Bei den sogenannten Sippungen stehen Kunst, Humor und Freundschaft im Mittelpunkt.
Gekreuzte Klingen und ein besonderer Gruß
Bei der „Schlaraffia Elberfeldensis“ in Wuppertal gehört der ritterliche Auftritt zum Programm. Gäste aus anderen Städten werden stilecht durch ein Spalier aus gekreuzten Klingen in den Saal geführt. Danach beginnt die sogenannte Sippung – ein Abend mit festen Regeln, besonderen Titeln und einer ganz eigenen Ausdrucksweise. Ein Glas heißt hier beispielsweise „Gemäß“, der Gruß lautet „Lulu“. Wer neu dazukommt, muss sich erst einmal mit dem Schlaraffenlatein vertraut machen.
Jungspund zwischen lauter erfahrenen Rittern
Rund 40 Männer kommen zu den Treffen zusammen. Die meisten sind im Seniorenalter. Die „Schlaraffia Elberfeldensis“ gibt es in Wuppertal seit 1881. Die Wurzeln der weltweiten Bewegung liegen in Prag. Dort wurde die Gemeinschaft 1859 von deutschsprachigen Künstlern gegründet. Bis heute gilt das Prinzip: keine Politik, keine Religion, kein Geschäft. Stattdessen geht es um Kunst, Humor und Freundschaft. Innerhalb der Gemeinschaft steigen die Mitglieder vom Knappen zum Ritter auf. Ihre Gewänder wählen sie selbst, häufig werden sie von verstorbenen Schlaraffen übernommen.
Männer unter sich – mit frechen Sprüchen
Bei den Schlaraffen bleiben die Herren unter sich. Die Gemeinschaft ist ein reiner Männerbund. Ganz kostenlos ist die ritterliche Geselligkeit allerdings nicht: 90 Euro pro Quartal kostet die Mitgliedschaft.

































