Lehnte die Stadt Köln Hilfe ab?Debatte um Abschiebungen – Tatverdächtige von Schießerei sollen auf „Coesfeld-Liste“ stehen
Vier Verletzte, mindestens zwölf Schüsse und sieben Festnahmen: Nach der Schießerei in Köln-Mülheim bekommt der Vorfall eine neue Brisanz. Mehrere mutmaßlich Beteiligte sollen auf der sogenannten „Liste von Coesfeld“ stehen – darauf rund 500 ausreisepflichtige Menschen. Das Vorgehen der Stadt Köln ist in der Kritik.
Schießerei nach Familienstreit
Am Montagabend (03.08.) ist in Köln-Mülheim ein Streit zwischen zwei Familien eskaliert. Ein mutmaßlicher sexueller Übergriff soll Auslöser gewesen sein. Es fielen laut Augenzeugen mindestens zwölf Schüsse. Vier Menschen wurden verletzt, sieben vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Mutmaßliche Beteiligte auf Coesfeld-Liste
Laut Medienberichten sollen mehrere mutmaßlich an der Schießerei Beteiligte auf der sogenannten „Liste von Coesfeld“ stehen. Darauf befinden sich rund 500 ausreisepflichtige Menschen. Schon zuvor hatte RTL WEST über Recherchen des Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Demnach hat die Zentrale Ausländerbehörde in Coesfeld der Stadt Köln schon 2024 angeboten, beim Beschaffen von Passersatzpapieren für ausreisepflichtige Menschen aus den Westbalkanstaaten zu unterstützen, um Ausreisen zu erleichtern. Dieses Angebot soll die Stadt abgelehnt haben. Stattdessen soll das Ausländeramt mit Hilfe von Sozialpädagogen das Ziel gehabt haben, den Betroffenen langfristige Bleibeperspektiven zu ermöglichen.
CDU spricht von „Skandal“
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in NRW, Gregor Golland, übt scharfe Kritik. Er wirft der Stadt vor, den Rechtsstaat zu untergraben und fordert disziplinarrechtliche Konsequenzen.
Familie seit 17 Jahren ausreisepflichtig
Auf der „Coesfelder Liste“ soll sich auch ein mehrfach straffälliger 41-jähriger Bosnier befinden. Gemeinsam mit seiner Frau und den acht gemeinsamen Kindern ist die Familie seit 17 Jahren ausreisepflichtig. Die Duldung sei aber immer wieder verlängert worden – auch aus familiären Gründen. Angeblich erhält die Familie monatlich rund 7.300 Euro an Sozialleistungen.
Stadt kündigt Prüfung an
Auf Anfrage von RTL WEST teilt die Stadt Köln mit, dass sie den Umgang mit der sogenannten „Coesfeld-Liste“ überprüfen lassen will.

































