Politischer Besuch auf der weltgrößten VideospielmesseBundespräsident Steinmeiner zu Gast auf der Gamescom in Köln

von Vanessa Brodka

Frank-Walter Steinmeier ist Bundespräsident und 70 Jahre alt. Zu seinen Hobbys zählen Lesen und Musik. Mit Computerspielen hat er wohl eher wenig zu tun. Trotzdem war er am Donnerstag (27.08.) auf der Gamescom in Köln. Eigentlich ein Wohlfühltermin, der aber plötzlich sehr politisch wird. Demokratie und die AfD waren Thema.

Bundespräsident auf Gamescom

Für ihn ist es das erste Mal: Frank-Walter Steinmeier war am Donnerstag (27.08.) auf der Gamescom in Köln. Auch für die Spiele-Messe ist es eine Premiere. Vorher war noch nie ein Bundespräsident dort. Direkt am Anfang seiner Rede stellte Steinmeier klar: Er ist kein Gamer. Trotzdem tauchte er beim Presserundgang in diese Welt ein, inklusive Cosplay. Auch, wenn sich der Bundespräsident nicht selbst kostümiert hat, hörte er Cosplayern zu. Auch am Controller versuchte sich der 70-Jährige. Nur zugucken durfte dabei NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU). Für ihn sind Games aber auch kein Neuland. Er kenne Mario Kart und Co. von seinen Kindern.

Gamescom und Demokratie

Seit Donnerstag (27.08.) ist die Gamescom für alle Fans eröffnet. Am Mittwoch (26.08.) war der erste Tag - allerdings fast nur für Fachbesucher. Es ist die größte Messe ihrer Art weltweit. Doch für den Bundespräsidenten gibt es bei dem Ganzen auch eine Schattenseite. In seiner Rede sagte er: „Wir brauchen nach meiner Überzeugung noch klarere Regeln, um Gewaltverherrlichung, die Verbreitung von demokratiefeindlichen Inhalten zu verhindern, gerade eben auch in Video und Computerspielen. Gerade in einer Zeit, in der auch unsere Demokratie stärker bedroht, stärker angefochten ist.“ Etwas verärgert über die Rede war Cedric Krippner von der Kölner AfD. Für ihn ist es nämlich nicht „unsere”, sondern „die” Demokratie. Der AfD-Politiker ist als Fachbesucher und Gamer auf der Messe. Ihn wundert, dass Felix Falk, der Veranstalter der Messe, in seiner Rede erklärte, die AfD sei auf der Messe nicht willkommen. Im RTL WEST-Interview sagte er: „Jeder ist auf der Gamescom als Besucher willkommen. Davon lebt ja auch die Games-Kultur. Also es wird niemand kontrolliert auf seine Meinung. Es braucht eine Meinungsvielfalt, es braucht unterschiedliche Perspektiven in einer Demokratie. Aber es braucht eben auch ein klares Bekenntnis bei offiziellen Parteien.” Für die meisten Besucher spielt Politik hingegen keine Rolle. Für sie geht es eher um den Austausch mit Gleichgesinnten und natürlich neue Games, sagen sie gegenüber RTL WEST. Die Gamescom geht noch bis Sonntag (30.08.). Erwartet werden bis zu 350.000 Besucher. Tickets gibt es für 10 bis 31 Euro.