Schweißarbeiten führten zu folgenreichem Feuer17 Tote nach Flughafenbrand in Düsseldorf – Katastrophe jährt sich zum 30. Mal

von Patricia Brinkmann

Dichter Rauch, panische Menschen und ein Feuer, das alles verändert. Am 11. April 1996 standen Teile des Flughafens Düsseldorf in Flammen. 17 Menschen starben. Mehr als 80 wurden verletzt. Das Feuer gilt bis heute als eine der schlimmsten Katastrophen in NRW.

Menschen kämpfen ums Überleben

Am 11. April 1996 spielten sich am Flughafen Düsseldorf dramatische Szenen ab. Es brannte, Menschen kämpften um ihr Leben. Die Feuerwehr war überfordert. Inga Pecelin arbeitete damals für die Lufthansa am Check-In Schalter. Eine Kollegin hatte Geburtstag. Nach der Frühschicht lud sie die Frau noch auf einen Kaffee ein, wollte ihr eine Blume schenken. Inga Pecelin hatte im Geschäft ein komisches Gefühl: „Dann roch das da irgendwie komisch. Das haben wir dann auch geäußert. Dann sagte die im Laden, dass vielleicht wieder ein Papierkorb brennt. Aber sie meinte auch, dass es Schweißarbeiten gibt. Dann war das für uns erledigt. Dann sind wir nach Hause gegangen.“

Feuerwehr rückt zuerst mit zwei Mann an

Einem Taxifahrer fiel kurze Zeit später auf, dass aus der Decke im Blumenladen Funken sprühten. Die Flughafenfeuerwehr rückte mit zwei Leuten an. Sie versuchten rund 30 Minuten eine Leiter aufzubauen - schafften offenbar nicht mal das. Durch Zufall fanden die Einsatzkräfte vor Ort heraus, dass über dem Geschäft auf der Straße Schweißarbeiten stattfinden und stoppten sie.

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Ersticken in wenigen Minuten

Um 15:54 Uhr erhielt die Polizei die erste Meldung über den Brand. Sie schickte vorsichtshalber die Feuerwehr Düsseldorf. Innerhalb von wenigen Sekunden brannte die Decke im Terminal A lichterloh. Teile fielen runter, die Gepäckbänder brannten. Schwarzer Rauch breitete sich aus, schränkte die Sicht ein. In der Luft war ein unsichtbares tödliches Gemisch. Kohlenmonoxid, Blausäure, Salzsäure. Menschen erstickten nach kurzer Zeit daran.

17 Menschen sterben

Mehr als 1.000 Rettungskräfte waren im Einsatz. Durch die Katastrophe starben 17 Menschen, mehr als 80 wurden verletzt. Der gesamtwirtschaftliche Schaden wurde auf gut eine Milliarde D-Mark geschätzt. Rund dreieinhalb Jahre später standen elf Angeklagte vor Gericht. Darunter die beiden Schweißer, der Technische Geschäftsführer des Flughafens und ein Architekt. Nach gut einem Jahr musste der Prozess nochmal neu aufgerollt werden. Grund: einer der Laienrichter war alkoholkrank. Auch beim zweiten Verfahren gab es Pannen. Ein Berufsrichter wurde wegen möglicher Befangenheit ausgetauscht. Dazu nochmal ein Ehrenamtlicher. Gegen ihn ist wegen Brandstiftung ermittelt worden. Am Ende wurde das Ganze nach knapp zwei Jahren gegen Geldauflagen eingestellt. Der Brand am Flughafen Düsseldorf gehört zu den schwersten Unglücken in der deutschen Luftfahrtgeschichte.