Neue Forschung könnte seltene Herzkrankheit heilen Zwei Brüder und die Hoffnung auf ein gesundes Herz

Jeder Herzschlag zählt.
Für Timur und Leander Kittler ist das nicht nur eine Redewendung, sondern Realität. Die beiden Brüder leben mit einer seltenen genetischen Herzerkrankung. Doch jetzt gibt es Hoffnung: Forschende der Universitätsmedizin Göttingen arbeiten an einer Methode, die den genetischen Fehler eines Tages reparieren könnte.
Ein Satz, der unter die Haut geht
Für Familie Kittler bedeutet diese Forschung vor allem eines: die Aussicht, dass ihren Söhnen vielleicht irgendwann ein Leben ohne die ständige Sorge um ihr Herz bevorsteht. „Alleine die Tatsache, dass man vielleicht mit diesen genetischen Instrumenten so ein Herz reparieren könnte, ist eine Vorstellung, die wir gefühlt uns tagtäglich wünschen würden“, sagt Denis Kittler, der Vater der beiden Jungen.
Denn die Familie weiß genau, was die Erkrankung bedeutet. Alle sechs Monate müssen der 14-jährige Timur und sein elf Jahre alter Bruder Leander zur Kontrolle in die Universitätsmedizin Göttingen. Beide haben das Noonan-Syndrom. „Normalerweise sagt man halt, das Herz ist so groß wie eine Faust. Und bei den Jungs ist es halt zweimal so groß wie eine Faust und kostet halt viel Energie“, beschreibt ihr Vater die Krankheit.
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Diese Zellen könnten einmal Leben verändern
Eine Heilung gibt es bislang nicht. Doch genau das wollen Forschende um Lukas Cyganek an der Universitätsmedizin Göttingen ändern. Dafür haben Timur und Leander als erste Patienten ihre Zellen gespendet. Aus diesen wurden im Labor Herzmuskelzellen und sogenanntes Herzmuskelgewebe gezüchtet, das dieselbe genetische Veränderung trägt wie bei den Jungen.

An diesen Zellen wird nun eine besondere Methode getestet: die sogenannte Genschere. Sie soll den Fehler im Erbgut gezielt erkennen und reparieren können.
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„Diese Stammzellen sind Alleskönner. Das heißt, wir können ganz gezielt die Stammzellen in jeden beliebigen Zelltyp entwickeln. In dem Fall wollen wir natürlich das Herz verstehen. Also wir entwickeln aus den Patientenzellen Herzmuskelzellen“, erklärt Forscher Lukas Cyganek im Gespräch mit RTL. Bis die Methode bei Menschen eingesetzt werden könnte, wird es allerdings noch dauern. Die Forschenden rechnen mit weiteren Jahren intensiver Arbeit. Für Familie Kittler bleibt trotzdem die Hoffnung, dass die Forschung irgendwann anderen Kindern und vielleicht auch ihren eigenen Söhnen helfen kann.
Verwendete Quellen: RTL-Recherche



