Der bewegende Fall Karen GauckeWurden Mutter und Tochter ermordet - oder gibt es doch noch Hoffnung?

Bis heute fehlt noch Karen Gaucke und ihrer Tochter Clara jede Spur.
Bis heute fehlt von Karen Gaucke und ihrer Tochter Clara jede Spur.
picture-alliance/ dpa

Vor genau zwanzig Jahren verschwinden Karen Gaucke und ihre kleine Tochter in Hannover.
Die Ermittler sind überzeugt: Der Ex-Freund und Vater des Kindes, Michael P., hat sie ermordet. Doch die Leichen werden nie gefunden. Könnte es sein, dass Tochter Clara noch lebt?

Was ist mit Karen und Clara passiert?

Am 15. Juni 2006 telefoniert Karen Gaucke in ihrer Wohnung im Volgersweg in Hannover gegen halb acht am Abend mit einer Freundin, eine halbe Stunde später ist sie mit ihrem Ex-Freund Michael P. verabredet. Es geht um die Klärung des Unterhalts für die gemeinsame Tochter Clara. Laut eigener Aussage sei Michael P. wie verabredet erschienen, doch Karen hätte nicht auf seine Nachrichten und Anrufe reagiert. Er sei daraufhin wieder gefahren. Laut Ermittler soll er Karen und die gemeinsame, sieben Monate alte Tochter Clara an diesem Abend ermordet haben. Drei Tage später meldet Karens Vater Hans Gaucke seine damals 37-jährige Tochter als vermisst. Zehn Tage nach ihrem Verschwinden finden Ermittler dann eine Blutlache unter der Küchenzeile in Karens Wohnung. Die Polizei nimmt den damals 38-jährigen Michael P. fest. Er leugnet, etwas mit dem Verschwinden seiner Ex-Freundin und seiner eigenen Tochter zu tun zu haben.

Michael P. wird des Mordes an Karen Gaucke und seiner Tochter Clara verurteilt.
Michael P. wird des Mordes an Karen Gaucke und seiner Tochter Clara verurteilt.
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Ermittler finden später Blutspuren von Karen an seinen Turnschuhen und in einem von ihm gemieteten Leihwagen. Im September 2007 beginnt vor dem Landgericht Hannover ein Indizienprozess gegen den Mann, denn es gibt kein Geständnis und auch keine Leichen. Doch die Ermittler können genug Indizien, wie Spuren und Zeugenaussagen, zusammentragen. Michael P. wird des zweifachen Mordes verurteilt, die besondere Schwere der Schuld wird festgestellt. „Er muss uns doch verstehen. Er muss uns doch bitte erlösen, wenn er was weiß”, sagt Karens Mutter Gabriele Gaucke in einem Interview 2006. Doch ihrer Bitte kommt er nie nach. Jahre später verstirbt Michael P. im Gefängnis. Ein Geständnis legt er nie ab.

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Hat er Clara vielleicht doch nicht getötet?

Im Gefängnis erkrankt Michael P. an Hodenkrebs. Kurz vor seinem Tod soll er sich einem engen Freund anvertraut und behauptet haben, er habe seine Tochter Clara nicht getötet. Der Freund soll sich daraufhin an den Anwalt von Karens Eltern, Matthias Waldraff gewandt haben. „Daher stammt meine Bestätigung dessen, was ich vorher schon immer für möglich gehalten hatte, dass nämlich das Baby von ihm nicht getötet wurde.” Bereits zu Beginn der Ermittlungen waren Zweifel aufgekommen, ob sich das Baby zum Zeitpunkt der Tat überhaupt in der Wohnung der Mutter aufgehalten hatte.

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Rechtsanwalt Matthias Waldraff ist sich sicher: Die kleine Tochter Clara lebt. „Es fehlte dann ein Maxi-Cosi. Es fehlten auch Tücher, ein bestimmtes Tuch, das sie immer getragen hatte. Und für mich am gravierendsten war der Umstand, dass in der Wohnung nicht mehr ein spezieller Ernährungsplan für dieses Baby war, das eine ganz bestimmte Ernährung benötigte.” Die Theorie weckt auch bei Karens Eltern Hoffnung darauf, dass Clara doch noch leben könnte. Das Gericht ist hingegen davon überzeugt, dass sowohl Karen Gaucke als auch ihre Tochter Clara von Michael P. getötet wurden. Somit wird auch diese Vermutung wohl nur eine Theorie bleiben.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche