Sie raubten 650 Schließfächer aus!Täter seit fünf Jahren mit Millionenbeute auf der Flucht

Haspa-Filiale in Norderstedt ist nach einem Einbruch abgesperrt
Im August 2021 kommt es in der Haspa-Filiale in Norderstedt zu einem spektakulären Millionencoup.
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Mit dem Kernbohrer in den Tresorraum!
An einem Wochenende im August 2021 hören Anwohner über der Haspa‑Filiale in Norderstedt (Schleswig-Holstein) stundenlang Bohrgeräusche. Sie glauben, hier wird renoviert. Doch direkt über dem Tresorraum läuft ein Bankraub. Die Täter bohren sich durch die Decke und plündern hunderte Schließfächer. Sie flüchten und sind bisher nicht gefasst!

Täter bohren sich 24 Stunden lang in den Tresorraum

Freitagnachmittag, 6. August 2021. In Norderstedt, vor den Toren Hamburgs, schließt die Haspa Filiale für das Wochenende. Im selben Gebäude steht eine Wohnung über der Bank leer – früher war hier eine Arztpraxis.
Mit einem großen Kernbohrer bohren sie ein Loch durch die Decke in den Tresorraum. Später schätzen Ermittler, dass hier mindestens 24 Stunden lang gebohrt wurde, nicht am Stück, sondern schon Tage vor dem Wochenende beginnen sie mit den Bohrarbeiten. Ein Bankmitarbeiter bemerkt am Ende des Wochenendes, dass Wasser aus dem Tresorraum kommt! Er informiert zuerst seinen Filialleiter, anschließend die Polizei.

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Täter setzen Wohnung in Brand

Die Polizei sichert die Bank an dem Sonntag und wartet erstmal mit der Spurensicherung, um keine möglichen Spuren zu zerstören. Dazu kommt: die Feuerwehr muss anrücken, um den Tresorraum zu öffnen. Der Tatort wird eingefroren und die Wohnung darüber bleibt vorerst unangetastet. Doch dann kehren die Täter offenbar zurück in die Wohnung und legen sie in der Nacht von Sonntag auf Montag in Brand, bevor die Spurensicherung da war.

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Wohnung wird mit falscher Identität angemietet

Die Ermittlungen reichen weit vor den spektakulären Raub zurück. Denn: Die entscheidende Wohnung über der Haspa, in der zuvor eine Logopädiepraxis untergebracht war, wird rund drei Monate vor dem Raub, durch einen Mann angemietet: „Die Täter sind natürlich nicht mit Klar-Personalien in Erscheinung getreten, sondern haben die Legende, den Namen Thomas Slovic, verwendet, wo sich im Nachhinein herausgestellt hat, dass es diese Person überhaupt nicht gibt, dass die nicht existent ist”, erklärt einer der damaligen Ermittler im Gespräch mit RTL.

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Razzien in Berlin

Im Dezember 2021, vier Monate nach dem Coup, durchsuchen SEK‑Beamte mehrere Wohnungen in Berlin. Denn es besteht ein Anfangsverdacht des bandenmäßigen Diebstahls gegen drei Berliner eines arabisch stämmigen Clans. „Es haben zahlreiche Durchsuchungen stattgefunden, es sind auch Beweismittel beschlagnahmt worden und die sind mittlerweile auch ausgewertet, konnten den Tatverdacht gegen die Tatverdächtigen nach dem derzeitigen Stand aber nicht erhärten”, erklärt der Polizist.

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Der aktuelle Ermittlungsstand

Fahnder versuchen seit Jahren, die Täter zu finden – Fahndungsaufrufe, Belohnungen, Spuren quer durch Deutschland. Auch hinsichtlich vorheriger Tresoreinbrüche wie in Berlin 2013, gab es vergleichende Ermittlungen. „Es haben wirklich sehr umfangreiche Ermittlungen stattgefunden. Es wurde jeder Spur, die vorlag, wurde nachgegangen. Aber Stand jetzt ist: Die Täter konnten bisher nicht beweiskräftig ermittelt werden”, erklärt einer der damaligen Ermittler.

Verwendete Quellen: RTL-Recherche, Polizeidirektion Bad Segeberg, Staatsanwaltschaft Kiel